Frequently Asked Questions (FAQ)

Gründung einer Tanzschule (Businessplan, HR-Eintrag, Rechtsform, Budget usw.)

Weshalb ist ein Businessplan vor Firmengründung sinnvoll?

Ein Businessplan zeigt auf, wie eine Geschäftsidee umgesetzt wird, welche Ressourcen dazu benötigt und welche Ergebnisse wann erwartet werden. Er ist ein unerlässliches Planungsinstrument auch bei der Aufnahme eines allfälligen Kredites. Wichtig ist, dass der Businessplan kurz und präzise formuliert ist. Er erwähnt positive wie auch negative Aspekte und unterscheidet strikt zwischen belegbaren Tatsachen und Plänen, die auf Annahmen basieren.

Welche Vorteile bringt ein Eintrag im Handelsregister?

Das Handelsregister macht die rechtlichen Verhältnisse von Unternehmen öffentlich und damit auch transparent. Firmenbezeichnungen sind wie folgt geschützt:

  • Einzelfirmen und Kollektivgesellschaften mit Personennamen auf den Ort des Geschäftssitzes
  • Aktiengesellschaften (AG) und Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) auf die ganze Schweiz

 

Haftung bei verschiedenen Firmenrechtsformen

  • Einzelfirma: der Inhaber haftet mit gesamtem Geschäfts- und Privatvermögen.
  • Kollektivgesellschaft: die Gesellschafter haften mit ihrem Vermögen, unbeschränkt und solidarisch.
  • GmbH und AG: Haftung mit Gesellschaftskapital bzw. mit dem Aktienwert.

 

Warum soll ich ein Budget erstellen?

Der erste Schritt, um Schulden zu vermeiden, ist die Aufstellung eines Budgets! Budgets sollen dafür sorgen, dass alle unternehmerischen Aktivitäten und Prozesse möglich sind.
Budgets werden immer mit Aktionsplänen oder Projektplänen verknüpft. In den Aktionsplänen und Projektplänen steht, wie die Unternehmensziele erreicht und was genau dafür getan werden soll. Die Budgetpläne zeigen auf, welche Aufwendungen und Kosten mit geplanten Aktionen und Projekten voraussichtlich verbunden sind.

Muss der Mietzweck im Mietvertrag erwähnt sein?

Ja. Es ist wichtig, dass im Mietvertrag steht, dass Sie eine Tanzschule betreiben. Damit wird u.a. selbstredend, dass Kunden bei Ihnen ein und ausgehen und Sie für den Unterricht Musik einsetzen.

Transparenz schafft Vertrauen (Publikation der Kontaktdaten, Kurskosten, AGB usw.) 

Muss ich die Kurskosten auf meiner Webseite publizieren?

Es ist für jeden Interessenten wichtig, auf Ihrer Webseite alle kundenrelevanten Informationen zu finden. Dazu gehören ohne jeden Zweifel auch die Kurskosten.

Brauche ich für die Tanzschule Allgemeine Geschäftsbestimmungen (AGB)?

Auf jeden Fall. Sie schützen damit sich selbst und Ihre Kunden vor unliebsamen Diskussionen. Eine ausführliche Vorlage finden Sie im Member Bereich der TanzVereinigung Schweiz TVS.

Weshalb muss ich die AGB online stellen?

Mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen schaffen Sie gegenüber Ihren Kunden und Personen, die es werden möchten, Klarheit bezüglich Ihrer Geschäftskonditionen.

Wozu soll ich meine TanzlehrInnen mit Vorname und Nachname auf meiner Webseite bekanntgeben?

Mit klaren Informationen schaffen Sie Vertrauen gegenüber Kunden und Transparenz gegenüber Geschäftspartner – für Krankenversicherer eine wichtige Bedingung, damit Ihre Kunden vom Tanzförderungsbeitrag profitieren können.

Weshalb soll ich die vollständigen Kontaktdaten und die Erreichbarkeit publizieren (Name, Telefon, Mail)?

Mit vollständigen Kontaktdaten zeigen Sie sich transparent und kundenfreundlich.

Weshalb muss ich die TVS-Mitgliedschaft auf meiner Webseite kommunizieren und auf Kursquittungen vermerken?

Tanzförderungsbeiträge an Ihre Kunden werden durch Versicherer nur vergütet, wenn auf der Quittung die TVS-Mitgliedschaft vermerkt ist.

Pflege des TVS-Member Profil (Motivation, Bilder, Tanzarten usw.)

Wozu soll ich Persönliches über meine Motivation und Beweggründe als TanzschulleiterIn in meinem Mitgliederprofil auf der TVS-Webseite erzählen?

Die Geschichte der Tanzschule oder der Einblick in Ihre Motivation und Leidenschaft hinterlässt einen persönlichen Eindruck und dient der Kundengewinnung.

Weshalb soll ich Bilder meiner Tanzschule in meinem Mitgliederprofil veröffentlichen?

Ausdrucksstarke Bilder stellen Ihre Tanzschule vor. Sie geben Einblick in Ihre Räumlichkeiten und Ihre Lektionen «in Action». Bilder sagen mehr als 1000 Worte!

Wozu soll ich mein Logo publizieren?

Ihr Logo ist eine Visitenkarte Ihrer Tanzschule. Auch der Wiedererkennungswert ist dabei nicht zu unterschätzen.

Wieso soll ich die Tanzarten, welche ich im Angebot habe, mit den TanzlehrerInnen verlinken und aktuell halten?

Tanzinteressierte, welche auf der TVS-Webseite den Tanztest ausfüllen, gelangen aufgrund des Testergebnisses automatisch zu allen Schulen, welche die ausgegebene Tanzart anbieten.

Die Filter bei Tanz- wie auch Musikarten führen ebenfalls zu Ihrer Tanzschule, wenn die Tanzarten korrekt verlinkt sind.

Die Zuweisung ist zudem für die Vergütung des Tanzförderungsbeitrages an Ihre Kunden unerlässlich.

Wozu soll ich meine Veranstaltungen auf der TVS Seite zu publizieren?

Das Internet ist voll von Veranstaltungskalendern. Entscheiden Sie sich für den einzigen tanzspezifischen Veranstaltungskalender der Schweiz. Der Kalender ist TVS Mitgliedern exklusiv vorbehalten. Getreu dem Motto «Qualität vor Quantität» sind keine Fremdeinträge zugelassen, die von Ihrer Veranstaltung ablenken könnten. Veranstaltungen sind mit Keywords aus der Welt des Tanzens erfasst: So finden die Tanzinteressierten ohne Umweg zu Ihrem Anlass.

Sozialversicherungsrecht

Sind auch geringfügige Löhne, d.h. Löhne bis 2‘300 Franken bei TanzlehrerInnen AHV-pflichtig?

Ja. In diesem Fall ist die Frage nicht, ob der Jahreslohn unter 2‘300 Franken ist (Art.34d Abs. 2 AHVV), sondern die Art der Tätigkeit an und für sich.

Was müssen selbständig Erwerbende beachten?

Inhaber von Einzelfirmen und Kollektivgesellschaften gelten für die Sozialversicherungen als selbstständig Erwerbende. Für ihre Vorsorge sind sie zum Grossteil selbst verantwortlich.

Gilt der Inhaber einer GmbH als selbständig erwerbend?

Inhaber einer GmbH sind Unternehmer und gleichzeitig ihre eigenen Angestellten. Für die Sozialversicherungen gelten sie deshalb als unselbstständig Erwerbende.

Besteht eine Pflicht für die berufliche Vorsorge (BVG)?

Ja. Sobald die Jahreslohnsumme von CHF 21'330.00 (Stand 2020) erreicht ist.

Welche Leistungen sind von der Mehrwertsteuerpflicht ausgenommen?

Gemäss Gesetz sind grundsätzlich alle Leistungen von Organisationen mehrwertsteuerpflichtig, sofern die erwähnte Umsatzgrenze erreicht ist. Es gibt jedoch Ausnahmen für Kinder- und Jugendbetreuung sowie für Bildungsangebote. Betreffend die Angebote im Bereich Tanzen lassen das Mehrwertsteuergesetz, die dazugehörige Verordnung und die Steuerpraxis keine allgemeingültigen Aussagen bezüglich Mehrwertsteuerpflicht zu. Ist der Tanzanbieter der Ansicht, sein Angebot sei von der Mehrwertsteuerpflicht ausgenommen, ist dies im Einzelfall mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung zu klären (mwst@estv.admin.ch).

Sind Tanzkurse oder Camps für Kinder und Jugendliche von der Steuer ausgenommen?

Bei der Kinder- und Jugendbetreuung ist die Wahrscheinlichkeit einer Steuerbefreiung am grössten. Wichtig ist, dass sich das Kursangebot an unbegleitete Kinder und Jugendliche richtet und ohne Eltern oder andere Bezugspersonen stattfindet. Als Jugendliche gelten Personen, welche das 18. Altersjahr noch nicht vollendet haben (bis Ende des Kalenderjahres, in welchem der Jugendliche 18-jährig wird, gilt er als unter 18-jährig).

Sind Tanzkurse nicht als Bildungsangebot von der Mehrwertsteuer ausgenommen?

Bildungsangebote sind grundsätzlich von der Mehrwertsteuer befreit. Tanzkurse erachtet die Eidgenössische Steuerverwaltung jedoch grossmehrheitlich nicht als klassische, von der Steuer befreite Bildungsangebote. Als Argument führt die Steuerverwaltung an, dass Tanzkurse nicht primär die Wissensvermittlung zum Ziel haben. Sie beruft sich u.a. auf Bundesgerichtsurteile, wonach Ausbildungs- und Unterrichtsleistungen, welche eine sportliche Tätigkeit begleiten oder der Sportanimation zuzurechnen sind, nicht zu den Ausbildungsleistungen zu zählen sind. Entsprechende Bundesgerichtsurteile liegen vor etwa für Stretching-Kurse, Herz-Kreislauf-(Tanz) Trainings, Jazz- und Poledance.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Tanzkurse als «Bildung» gelten?

Damit Tanzkurse als Bildungsleistungen qualifiziert werden können und somit von der Mehrwertsteuer befreit sind, müssen sie folgende Kriterien erfüllen: Primäres Ziel des Angebots muss die Wissensvermittlung sein. Dieses Ziel muss auf eine strukturierte, aufbauende Weise verfolgt werden und auf ein bestimmtes Lernziel ausgerichtet sein. Voraussetzungen sind auch regelmässige fachliche Instruktion, Betreuung und Kontrolle der erzielten Fortschritte. Als Beispiel kann hierfür ein Leiterkurs für das Erteilen von Tanzunterricht angeführt werden. Auch hier gilt, dass eine Tanzschule mit einem Angebot, das den beschriebenen Voraussetzungen nahe kommt, die Mehrwertsteuerpflicht im Einzelnen klären muss (mwst@estv.admin.ch).

Versicherungen allgemein (Unfall, Krankentaggeld, Berufshaftpflicht usw.)

Muss ich für meine Mitarbeitenden eine Unfallversicherung abschliessen?

Die Unfallversicherung ist obligatorisch. Mitarbeitende, welche 8 oder mehr Stunden pro Woche arbeiten, müssen auch gegen Nichtberufsunfall versichert werden.

Ist eine Krankentaggeldversicherung obligatorisch?

Nein. Der Abschluss der Krankentaggeldversicherung ist nicht zwingend – aber sinnvoll.

Bezahlt die Haftpflichtversicherung eines Tanzlehrers, der bei mir auf eigene Rechnung unterrichtet, wenn von einem Schüler Forderungen (z.B. nach einem Unfall) an ihn gestellt werden?

Diese Frage muss vom jeweiligen Versicherer beantwortet werden. Es existiert keine generell gültige Regelung.

Wenn ein durch mich angestellte/r TanzlehrerIn eine Privathaftpflichtversicherung hat, muss ich diese/n trotzdem in meiner Betriebshaftpflichtversicherung einschliessen?

Ja – auf jeden Fall. Die Privathaftpflichtversicherung ist, wie es der Name sagt, eine private und keine Haftpflichtversicherung, welche Schäden Dritter bei der Ausübung des Berufes deckt.

Brauche ich als Tanzschulinhaber eine Betriebshaftpflichtversicherung?

Die Betriebshaftpflichtversicherung schützt Ihren Betrieb vor finanziellen Verlusten aus Schäden, welche einem Dritten zugefügt werden. Der Abschluss ist nicht zwingend – aber sehr empfehlenswert.

Soll ich meine teuren Spiegel und die technische Ausrüstung versichern?

Der Abschluss dieser Versicherung ist empfehlenswert. Es ist jedoch Ihr Entscheid, ob Sie einen allfälligen Schaden aus der laufenden Rechnung oder aus dem Vermögen bezahlen wollen.

Ist eine Betriebsunterbruch Versicherung ratsam?

Wenn Sie durch die Tanzschule Ihren Lebensunterhalt verdienen, kann diese Versicherung das Überleben einer Unternehmung sichern.

SUISA-Abgaben

Wieso muss ich für Tanzunterricht SUISA-Abgaben leisten?

SUISA verwaltet die Urheberrechte an musikalischen Werken des Weltrepertoires. Die öffentliche Nutzung von Musik ist entsprechend deren Anwendung entschädigungspflichtig. TVS hat mit SUISA beim Gemeinsamen Tarif L (GT L), welcher für die Musiknutzung im Tanzunterricht angewendet wird, eine Verbandsvereinbarung abgeschlossen. Als Mitglied-Tanzschule profitieren Sie aufgrund dieser Vereinbarung von 30% Rabatt auf SUISA Abgaben / GT L.

Mehrwertsteuerpflicht

Sind Tanzschulen mehrwertsteuerpflichtig?

Grundsätzlich sind Tanzschulen mit einem Gesamtumsatz von mehr als CHF 100 000.- pro Jahr mehrwertsteuerpflichtig. Massgebend für die Berechnung des Gesamtumsatzes sind sämtliche erbrachten Teil-Leistungen, die im Einzelnen mehrwertsteuerpflichtig sind (z.B. Einnahmen aus Tanzkursen und Sachverkäufe im Shop).

Welche Leistungen sind von der Mehrwertsteuerpflicht ausgenommen?

Gemäss Gesetz sind grundsätzlich alle Leistungen von Organisationen mehrwertsteuerpflichtig, sofern die Umsatzgrenze von 100‘000.-/Jahr erreicht ist. Es gibt jedoch Ausnahmen für Kinder- und Jugendbetreuung sowie für Bildungsangebote. Betreffend die Angebote im Bereich Tanzen lassen das Mehrwertsteuergesetz, die dazugehörige Verordnung und die Steuerpraxis keine allgemeingültigen Aussagen bezüglich Mehrwertsteuerpflicht zu. Ist der Tanzanbieter der Ansicht, sein Angebot sei von der Mehrwertsteuerpflicht ausgenommen, ist dies im Einzelfall mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung zu klären (mwst@estv.admin.ch).

Sind Tanzkurse oder Camps für Kinder und Jugendliche von der Steuer ausgenommen?

Bei der Kinder- und Jugendbetreuung ist die Wahrscheinlichkeit einer Steuerbefreiung am grössten. Wichtig ist, dass sich das Kursangebot an unbegleitete Kinder und Jugendliche richtet und ohne Eltern oder andere Bezugspersonen stattfindet. Als Jugendliche gelten Personen, welche das 18. Altersjahr noch nicht vollendet haben (bis Ende des Kalenderjahres, in welchem der Jugendliche 18-jährig wird, gilt er als unter 18-jährig).

Sind Tanzkurse nicht als Bildungsangebot von der Mehrwertsteuer ausgenommen?

Bildungsangebote sind grundsätzlich von der Mehrwertsteuer befreit. Tanzkurse erachtet die Eidgenössische Steuerverwaltung jedoch grossmehrheitlich nicht als klassische, von der Steuer befreite Bildungsangebote. Als Argument führt die Steuerverwaltung an, dass Tanzkurse nicht primär die Wissensvermittlung zum Ziel haben. Sie beruft sich u.a. auf Bundesgerichtsurteile, wonach Ausbildungs- und Unterrichtsleistungen, welche eine sportliche Tätigkeit begleiten oder der Sportanimation zuzurechnen sind, nicht zu den Ausbildungsleistungen zu zählen sind. Entsprechende Bundesgerichtsurteile liegen vor etwa für Stretching-Kurse, Herz-Kreislauf-(Tanz) Trainings, Jazz- und Poledance.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Tanzkurse als «Bildung» gelten?

Damit Tanzkurse als Bildungsleistungen qualifiziert werden können und somit von der Mehrwertsteuer befreit sind, müssen sie folgende Kriterien erfüllen: Primäres Ziel des Angebots muss die Wissensvermittlung sein. Dieses Ziel muss auf eine strukturierte, aufbauende Weise verfolgt werden und auf ein bestimmtes Lernziel ausgerichtet sein. Voraussetzungen sind auch regelmässige fachliche Instruktion, Betreuung und Kontrolle der erzielten Fortschritte. Als Beispiel kann hierfür ein Leiterkurs für das Erteilen von Tanzunterricht angeführt werden. Auch hier gilt, dass eine Tanzschule mit einem Angebot, das den beschriebenen Voraussetzungen nahe kommt, die Mehrwertsteuerpflicht im Einzelnen klären muss (mwst@estv.admin.ch).

 

Haben wir Ihre Fragen nicht beantwortet? Zögern Sie nicht uns telefonisch oder per Mail zu kontaktieren. Wir freuen uns Ihnen bei der Klärung ihrer Fragen behilflich zu sein.