Tanzen ist Leben

Tanzen ist Leben

Tanzen ist in allen Kulturen der Welt tief verwurzelt. Die Bewegung zu Musik, Rhythmen und Gesang als gemeinschaftliche Freizeitaktivität, als Ausdruck von Gefühlen, als soziale Interaktion und nicht zuletzt als heilkräftiges Medium. Tanzen belebt Körper, Geist und Seele. 

 

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Dance for Health

Richtlinien für die Entwicklung von gesundheitsspezifischen Tanzprojekten

Dance for Health bietet ganzheitliche, evidenzbasierte Aktivitäten für den Einzelnen zur Bewältigung und Anpassung an körperliche, geistige und soziale gesundheitliche Herausforderungen. In Dance for Health-Sitzungen beziehen geschulte Lehrkünstler Menschen als Tänzer und nicht als Patienten in eine freudvolle, interaktive, künstlerische Praxis ein.

Im Rahmen des Dance for Health Kommitees, in dem auch die Universität Bern vertreten ist, wurde eine Infograpfik angefertigt, um Tanzpädagogen bei der Entwicklung von Gesundheitsprojekten im Genre Tanz zu unterstützen.

Weitere Informationen in Englisch: International Association for Dance Medicine & Science

Infografik zum Download (nur auf Englisch verfügbar): Developing a Dance for Health Project: Considerations

Männliche Haltung zum Freizeittanz

Eine Tanzmuffelstudie

Niemand kommt als “Tanzmuffel” auf die Welt. Die Tatsache, dass die Vermittlung tänzerischer Fähigkeiten nicht als schulische Aufgabe verstanden wird und dass Jungen im Laufe ihrer Entwicklung wenig, sehr spät oder gar nicht mit grundlegenden Tanzfertigkeiten konfrontiert werden, könnte eine bedeutsame Ursache für die mangelnde männliche Beteiligung am Freizeittanz sein.

Warum sind Männer in vielen Tanzstilen noch immer untervertreten? Corinna Janson beschäftigt sich im Rahmen ihrer Abschlussarbeit für den MAS in Dance Science an der Universität Bern eingehend mit dieser Frage und kommt zu interessanten Schlussfolgerungen im Hinblick auf die explizite Gestaltung von Tanzangeboten für Jungs. 

Hier können Sie die Zusammenfassung der Studie downloaden.

Tanz hat in vielerlei Hinsicht einen positiven und gesundheitsfördernden Einfluss auf den Menschen. Dabei setzt jede tänzerische Stilrichtung Schwerpunkte und trainiert jeweils ganz bestimmte Bewegungsqualitäten.

Mehr von Corinna Janson: Workshop in Tanzhologie im Herbst 2021 in Zürich

Mehr über Corinna Janson: Tanzhologie Studio

 

 

Spiegel im Tanzunterricht: Hilfreich oder Hindernis?

Spiegel gehören zur Grundausstattung vieler Tanzstudios. Sind diese für die tänzerische und mentale Entwicklung der Schüler förderlich?

Dieser Artikel wirft einen kritischen Blick auf den Gebrauch von Spiegeln im Tanzstudio und untersucht die Frage, ob und inwiefern Spiegel einen Einfluss auf das Körperbild und die technische Entwicklung von Tänzerinnen und Tänzer haben.

Zum englischen Originalartikel: Mirrors in the Dance Class: Help or Hindrance

Gesundheit durch Tanz

Interview mit Corinna Janson, Heilpraktikerin und Tanzpädagogin

Corinna Janson, Begründerin der Tanzhologie® und Leiterin des Tanzhologie Studios in Bad Kreuznach, hat als 4-Jährige mit Ballettunterricht begonnen und später eine Ausbildung als Naturheilpraktikerin absolviert. Heute gibt sie Tanzunterricht mit einem therapeutischen Bewusstsein. Im Interview mit TVS beschreibt sie ihren Lebensweg von der leidenschaftlichen Tänzerin in die therapeutische Tätigkeit und wieder zurück.

 

Sie sind Heilpraktikerin und Tanzpädagogin. Was war zuerst? Das Tanzen oder die therapeutische Tätigkeit?

Das ist bei mir fast wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei: Ich habe schon als 4-jährige mit Ballettunterricht begonnen und kann mir ein Leben ohne Tanz nicht vorstellen. Mit 19 Jahren fiel allerdings meine Entscheidung, Tanz als Hobby zu pflegen und mich beruflich anderen spannenden Themen zuzuwenden. Begeistert von der ganzheitlichen Menschenbetrachtung in der Klassischen Homöopathie absolvierte ich 1995 eine 3jährige Vollzeit Ausbildung zur Heilpraktikerin und arbeitete dann zunächst 14 Jahre lang als Homöopathin in einer Gemeinschaftspraxis zusammen mit meinem Mann, der sich auf die Traditionelle Chinesische Medizin spezialisiert hat. Nebenberuflich habe ich aber schon seit meinem 18 Lebensjahr mit Bewegung gearbeitet: als Übungsleiterin habe ich Aerobic unterrichtet, Gymnastikkurse für Gruppen der Rheuma Liga gegeben, Aqua Fitness Kurse geleitet, und meine Ballettlehrerin durfte ich auch schon in jungen Jahren und bei vielen Gelegenheiten im Unterricht vertreten, bevor ich mich tanztherapeutisch, tanzmedizinisch und tanzpädagogisch fortgebildet habe.

Heute verbinden Sie ihre therapeutische Arbeit mit dem Tanzen und leiten das Tanzhologie Studio in Bad Kreuznach. Wie sind sie dazu gekommen?

Ich gebe Tanzunterricht mit einem therapeutischen Bewusstsein und mein Angebot im Tanzhologie Studio ist als gesunde Freizeitbeschäftigung gedacht. Nachdem ich selber als junge Heilpraktikerin kein alltagskompatibles Freizeitangebot mit Tanz finden konnte, das Gesundheit, Kunst und Kreativität verbindet, begann ich 2003 mit der Entwicklung eines eigenen Konzeptes. Durch  meine tanztherapeutische Ausbildung bei Dr. Detlef Kappert in Essen konnte ich mein Konzept mit tanzpsychologischen Inhalten komplementieren. Für mich war Dr. Kappert damals so etwas wie  der „Hahnemann des Tanzes“ und er inspirierte mich zur Begriffsfindung „Tanzhologie". Tanzhologie unterrichtete ich zunächst neben der Praxistätigkeit, allerdings beanspruchte mein Tanz-Forschungsinteresse immer mehr Raum, so dass ich mir Unterstützung in der Praxis suchte, um genügend Zeit zu haben, diesem auch nachzugehen.

2011 starb dann plötzlich und unerwartet meine Ballettlehrerin, zu der ich ein enges Verhältnis hatte und deren künstlerische Aktivitäten mich über 30 Jahre lang geprägt haben. Ich war damals kurz vor dem Abschluss des Zertifikates in Tanzmedizin (bei ta.med) und fühlte mich als Therapeutin auch verantwortlich, die Gruppen dieser Tanzschule irgendwie „aufzufangen“. So nahm ich die Herausforderung an, das Studio zu übernehmen, zunächst in der Absicht, für den tanzpädagogischen Part eine Lehrkraft einzustellen, und meinen eigenen Schwerpunkt auf die Organisation des Studios und die Tanzhologie-Kurse zu legen. Dass es sich doch anders entwickelt hat, und ich mittlerweile seit 10 Jahren Ballett unter einem ganzheitlichen Aspekt vermitteln darf, dafür bin ich meinen Studiomitgliedern und meinem Schicksal sehr dankbar.

Sie legen ihre Arbeit die Vorstellung einer untrennbaren Verbindung von Körper, Geist und Emotionen des Menschen zugrunde. Wie begründen Sie diese Annahme?

Von dieser Verbindung gehen sämtliche große naturheilkundliche Heilverfahren unisono aus -seien es westliche oder fernöstliche Methoden- und es entspricht dem, was ich erlebe, bzw. in meiner Praxis erlebt habe. So ist es in den ausführlichen homöopathischen Anamnesen oft zu beobachten, dass sich ein bestimmtes Thema bei einem Menschen auf den unterschiedlichen Ebenen widerspiegelt. Als Homöopathin verstehe ich Krankheitssymptome als „Sprache der Lebenskraft“ die sich im Körper und im Gemüt ausdrücken. Es gilt in erster Linie diese Sprache zu verstehen und darauf mit adäquaten Mitteln zu reagieren, damit Heilungsprozesse in Gang kommen können.

Wie unterscheiden sich Tanztherapie und Tanzhologie®?

Tanzhologie® ist als allgemein gesundheitsfördernder Tanzunterricht konzipiert, der die positiven Effekte verschiedenster Tanzstile in Kombination mit Entspannungstechniken zum Wohle des Menschen nutzt. Anders als Tanztherapie ist Tanzhologie® keine Methode um pathologische Muster zu therapieren, sondern dient der Gesundheitsprophylaxe und der Persönlichkeitsentwicklung. Es ist eine abwechslungsreiche und freudvolle Freizeitbeschäftigung in der Gruppe, die Tanztechnik vermittelt und individuellen Bewegungs- und Ausdrucksbedürfnissen Raum gibt, ohne dass persönliche Probleme in den Stunden tiefergehend thematisiert werden.

Sie beschäftigen sich eingehend mit der Wechselwirkung von Körperwahrnehmung und Selbstwertgefühl und haben unter anderem den Einfluss von Tanztraining auf das Körperbild von Patientinnen mit Essstörungen erforscht. Zu welchem Schluss sind sie dabei gekommen? 

Die Erfahrungen aus dem Tanzprojekt mit den Anorexie- und Bulimiepatientinnen bestärken mich in der Ansicht, dass Tanzunterricht einen wertvollen Beitrag in der heutigen Gesellschaft leisten kann, um der Entfremdung vom eigenen Körper entgegen zu wirken. Dabei haben sowohl freie Tanzübungen in Form von Improvisation, als auch Elemente aus dem Klassischen Ballett, einen sehr förderlichen Einfluss.

Ich fand es erstaunlich, dass bei einigen Probandinnen schon mit einer geringen Zahl an Tanz-Interventionen sehr nachhaltige Ergebnisse erzielt werden konnten! Das spricht absolut dafür, das Potential von Tanz noch viel umfassender zu erforschen und gezielter zu nutzen.

Es gibt einige Fachpersonen, die eine therapeutische Ausbildung fordern, um den positiven Nutzen des Tanzens auf die psychische Gesundheit auszuschöpfen. Wie stehen Sie dazu? 

Grundsätzlich bin ich der Ansicht: Wenn man therapeutisch tätig sein möchte, sollte man auch eine therapeutische Ausbildung absolvieren. Im Tanz liegt ein unglaublich grosses Potential, um auf einfache und freudvolle Art und Weise Genesungsprozesse in Gang zu setzen oder sie zu unterstützen. Wer mit dem Medium Tanz körperlich oder psychisch leidende Menschen verantwortungsbewusst begleiten möchte, braucht neben einer umfassenden eigenen Tanzausbildung auch eine entsprechende Schulung und Erfahrung im Umgang mit Patienten.

Gleichzeitig finde ich, dass wir gar nicht genug darauf hinweisen können, welchen grossen Einfluss jeder Tanzlehrende auf Gesundheit und Persönlichkeitsbildung seiner SchülerInnen und StudentInnen hat. Auch für Tanzpädagogen (und insbesondere wenn sie mit Kindern arbeiten!) ist es wichtig, ein Bewusstsein für den (durchaus vorhandenen!) therapeutischen Wirkungsgrad im Tanzunterricht zu entwickeln.

Inwiefern lassen sich die Erkenntnisse und Erfahrungen der Tanzhologie® in die Tanz-Unterrichtstätigkeit mit Laien integrieren?

Meine Erkenntnisse und Erfahrungen aus Tanzhologie fließen in sämtliche Bereiche meiner Tanzschule ein. Im Ballettunterricht baue ich regelmäßig in allen Altersstufen Elemente aus Tanzhologie ein. Das sind insbesondere Improvisationsübungen, aber auch Zentrierungsübungen, Wahrnehmungsschulungen und Entspannungstechniken. Ich halte es für wichtig, sich eine gute Bewegungstechnik anzueignen, ohne dabei die Fähigkeit der freien Bewegungsgestaltung zu verlieren.

Um zur körperlichen Gesundheit beizutragen achte ich auf eine ausgewogene Beanspruchung des Körpers bei meinen Choreografien; und Aufführungen konzipiere ich so, dass die Mitwirkenden sich mit dem, was sie darstellen identifizieren können, indem ich sie mittels Tanzhologie-Elementen aktiv an den kreativen Gestaltungsprozessen beteilige.

Zum Abschluss: Viele Tanzschulen leiden unter Männermangel. Sie haben ihre Abschlussarbeit im Rahmen MAS Dance Science der Uni Bern dem Thema «Männliche Haltung zum Freizeittanz – eine Tanzmuffelstudie» gewidmet.

Haben Sie einen Tipp für Frauen, welche ihre Männer zum Tanzen motivieren wollen?

Leider NEIN! Diese Studie habe ich zwar gewissermassen entworfen, weil ich nach einem Trick gesucht habe, um Tanzmuffel in Tänzer zu verwandeln - aber letzten Endes ist durch diese Untersuchung vor allem mein Verständnis für Tanzmuffel gewachsen. Für die Tanzkunst werden Männer in unserer Gesellschaft schlecht vorbereitet. In den entscheidenden Jahren, in denen sich musische und tänzerische Grundfertigkeiten gut einprägen, werden Jungen im deutschsprachigen Raum vom Tanzen eher abgehalten, als gefördert. Und später sollen sie dann - ohne die Grundfertigkeiten verinnerlicht zu haben- beim Paartanz „die volle Verantwortung für das Gelingen übernehmen“ - so hat es ein bekennender Tanzmuffel ausgedrückt. Kein Wunder, dass sie dazu keine Lust haben, auch wenn sie grundsätzlich sehr gern den Körperkontakt beim Tanzen mögen und auch das Tanzen mit einer Partnerin lieben. Einfach mal so abtanzen, ohne festgelegte Schritte und Verantwortung: das mögen die meisten Männer jedenfalls fast genauso gerne, wie Frauen. Wir können uns da nur als Gesellschaft bemühen in Zukunft in der Erziehung auch frühzeitig die Körperbildung durch Tanz für Jungen zu fördern. Hier bleibt noch viel zu tun und zu forschen.

Vielen Dank für das Interview Frau Janson. Wir freuen uns, Sie im Herbst in Zürich für den Tanzhologie-Workshop begrüssen zu dürfen.

Weitere Infos und Anmeldung: Tanzhologie - Eine Unterrichtsmethode zur Gesundheitsförderung durch Tanz

 

«Da tanzt der Bär» I

Interview mit Tamara Gassner, Lehrerin, Tanz- und Theraterpädagogin und Performance Künstlerin

Tamara Gassner bildet seit über 20 Jahren Tanzpädagogen aus und hat vor kurzem ein neues Lehrmittel für Kindertanzpädagogik herausgegeben. Im Interview mit TVS spricht Sie über ihre Leidenschaft und Berufung als Tanzpädagogin und wie es dazu gekommen ist, ein Tanzlehrmittel für Kindergarten und Unterstufe mit dem Titel «da tanzt der Bär» zu gestalten.

 

Matchless bildet seit über 20 Jahren Tanzpädagogen aus. Die Ausbildung ist in ihrer Form nach wie vor einzigartig in der Schweiz. Wie ist es dazu gekommen?

Vor zwanzig Jahren gab es nur wenige Tanzschulen und auch sehr wenige Tanzlehrerinnen- und lehrer. Eine Tanzpädagogik-Ausbildung fehlte auf dem Schweizer Markt. Als wir unser Team erweitern wollten, stellte sich die Suche als sehr schwierig heraus. So kam die Idee, dass wir unsere TanzlehrerInnen selber ausbilden könnten. Mit meinem Knowhow als Schullehrerin, der langen Tanzerfahrung, einem passenden Studium in Bern und einem wertvollen Team mit vielen Ressourcen, war dies schlussendlich möglich. Die Ausbildung bietet ein gutes Basiswissen und ein solides Fundament um in die Berufswelt als Tanzpädagoge oder Tanzpädagogin einzusteigen. Wir sind stolz, dass sich unsere Lehrstätte schon seit zwanzig Jahren bewährt. Aktuell freut es uns, dass wir trotz Corona «hoffentlich» im April mit einem neuen Lehrgang starten dürfen.

Die Absolvierung eines Praktikums bildet einen gewichtigen Bestandteil der Ausbildung. Warum ist dies so wichtig? 

Tanzpädagoge ist man nicht einfach – man wird es erst richtig durch die Praxis. Umso wichtiger ist es, erste Erfahrungen im Berufsleben schon früh zu sammeln.

Der Praktikumsort dient der Pädagogin zur direkten Umsetzung des Gelernten und gewährleistet so einen direkten Einstieg ins Berufsleben. Ein Praktikum ist eine Tätigkeit, die praktische Erfahrung im Beruf vermittelt und den Lernenden eine Chance bietet, ihre Fähigkeiten neben dem Lehrgang auszubauen und das Gelernte daraus in die Praxis umzusetzen. Zudem kann ein Praktikum die Suche für einen zukünftigen Job um einiges erleichtern! Konnte man sein Können an einer Tanzschule schon mal zeigen und sich beweisen, ist es naheliegend, dass man anschliessend eine Anstellung bekommt.

Welches sind aus Sicht der TeilnehmerInnen die grössten Stolpersteine auf dem Weg zum Tanzpädagogen?

Mit diesem Beruf wird man nicht reich! Es ist immer wieder schwierig den Beruf so in sein Leben zu integrieren, dass es möglich ist davon zu leben. Wie viele Stunden kann und soll ich pro Woche unterrichten? Wie viele Stunden bedeuten für mich Leidenschaft und ab wann wird es zum Alltag? Was kann mein Körper leisten, was kann ich ihm zumuten?

Es ist immer wieder schön zu sehen, wie sich die Absolventinnen während des Lehrgangs entwickeln. Wie sie sich selber besser kennenlernen, wie sie ihren Körper verändert wahrnehmen. Durch die Arbeit mit sich selbst und die Auseinandersetzung mit der Materie können Fragen plötzlich beantwortet werden. Pläne werden geschmiedet und Richtungen gewechselt - Ziele erreicht und Herausforderungen angenommen.

Kommt Zeit kommt Rat! Es braucht oft einfach viel Zeit, bis sich die Teilnehmerinnen ihren Weg zurechtgelegt haben. Die Organisation und Struktur, den eigenen Arbeitsrhythmus finden, bedeutet eine grosse Herausforderung.

Neuerdings bieten Sie auch Online-Fortbildungen im Bereich der Kindertanzpädagogik an. Was hat Sie dazu bewogen?   

Wir sind seit zwei Jahren bereits an einem Konzept für eine Online Ausbildung im Bereich Tanz und Aerial Pädagogik. Unser Ziel wäre es, dass auch Interessenten aus dem Tessin, der Romandie, Graubünden oder sogar aus den umliegenden Ländern an unserer Ausbildung teilnehmen könnten.

Mit den Online Fortbildungen wagen wir einen ersten Schritt in diese Richtung. Wir bieten so gezielt pädagogische Inhalte, die auch online gut vermittelbar sind. Die Corona Zeit hat uns dabei noch einen Extraschub verpasst. Wir hatten ein bisschen mehr Zeit und Energie und sind nun gespannt auf die nächste Ausgabe. Es ist eine Weiterbildung zum Thema «Improvisation als Unterrichtsmethode» und findet an zwei Freitagabenden Ende April statt.

Nun haben Sie ein Tanzlehrmittel entwickelt, das bereits im Kindergartenalter ansetzt. Warum bereits so früh? 

Tanzen macht glücklich und fördert ganzheitlich! Also kann man nicht früh genug damit beginnen. Lange bevor unsere Kinder sprechen lernen, kommunizieren sie über ihren Körper mit ihrem Umfeld und entwickeln einen natürlichen Drang sich zu bewegen. Die Bewegung ist der Motor einer gesunden Entwicklung.

Im Rahmen der obligatorischen Schule hat Tanzen immer noch sehr wenig Platz. Das ist sehr schade und hat bestimmt verschiedene Gründe. Antje Klinge, Vorstandsmitglied im Bundesverband Tanz in Schulen e.V. hat das 2018 gut beschrieben: Vielleicht liegt es an der mangelnden Ausbildung der Lehrkräfte, die in ihrem Studium nur für kurze Zeit mit Tanz konfrontiert werden. Oder aber auch an der anspruchsvollen Aufgabe, einen besonders sensiblen, da körpernahen Handlungsbereich anzubieten, der in der Öffentlichkeit einen schweren Stand hat und meist nur in seiner professionellen Ausrichtung als Bühnen- und Showtanz oder im Kontext populärer Musikclips Anerkennung findet. Mit dem Projekt Dance4School setze ich genau an diesem Punkt an und möchte Hindernisse überbrücken. Lehrpersonen sollen mit Hilfe von geeigneten Lehrmitteln und Hilfestellungen einen einfachen Zugang zur Vermittlung von Tanz erhalten. Langjährige Tanzerfahrung ist nicht notwendig, um Kinder für den Tanz zu begeistern.

Mit dem neusten Lehrmittel «da tanzt der Bär» gehe ich noch einen Schritt weiter. Bereits Lehrpersonen auf Kindergarten- und Unterstufe, können Kinder mit Leichtigkeit an den Tanz heranführen. Es geht dabei nicht nur ums Vormachen und Nachahmen, sondern vielmehr ums Experimentieren und Finden. Das Lehrmittel besteht aus Tierkarten, die wichtige Bewegungsmuster und Fortbewegungsformen bei kleinen Kindern erfahrbar machen und die Basis tänzerischer Kompetenzen vermitteln. Mit dem Einsatz der Karten werden Ziele des Lehrplans 21 aus dem Bereich Musik und Tanz Kindergarten und Unterstufe abgedeckt.

«Da tanzt der Bär» wird aktuell in der Praxis getestet. Fortsetzung folgt...

 

Weitere Informationen zum Projekt «Dance4school»

Weitere Informationen zur Ausbildung in Tanzpädagogik für Erwachsene

Weitere Informationen zu den Online-Kurse

Tanzpädagogik im Erwachsenenalter

Eine Möglichkeit die psychische Gesundheit zu bewegen?

Anna Pilchowski, Sozialpädagogische Bildungsforscherin, erschliesst in ihrem Artikel die Möglichkeiten, welche das Tanzen in der sozialen Arbeit haben kann. Das Potential des Tanzens liegt in der Kombination von Bewegung, Musik und sozialer Interaktion und bietet sich als emotionaler und psychischer Ausgleich und als kreatives Medium zur Stressreduktion an.

Menschen eines Alters zwischen 30 und 60 Jahren werden mit individuellen und entwicklungsspezifischen kritischen Lebensereignissen und mit leistungsgesellschaftlichen Strukturen konfrontiert sowie mit einer Pluralisierung von Lebensentwürfen, die Leistungs- und Entscheidungszwänge generiert und persönlichkeitsbildende Maßnahmen in den Hintergrund geraten lässt. Dadurch besteht die Gefahr einer negativen Beeinflussung ihrer psychischen Gesundheit. Das dadurch bedingte Verlangen der Individuen nach Handlungsfähigkeit verweist auf den Bedarf der Zielgruppe. Tanzpädagogik setzt an der Persönlichkeitsbildung an und kann anhand tanzpädagogischer Dimensionen eine Möglichkeit der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch darstellen, die sich auf das psychische Wohlbefinden auswirken, wodurch Annäherungen an das Wirkungspotential auf die psychische Gesundheit dargestellt werden können. In diesem Kontext stellt sich die Frage, welchen Stellenwert die Tanzpädagogik in der Sozialen Arbeit aufweist. Denn die körperliche Auseinandersetzung in der Tanzpädagogik kann – trotz bestehender Grenzen – niedrigschwellige Zugänge eröffnen.

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Zur kürzlich erschienen Publikation von Anna Pilchowski: Tanzpädagogik im Erwachsenenalter. Eine Möglichkeit die psychische Gesundheit zu Bewegen (2021)

Teenagerinnen tanzen für eine bessere psychische Gesundheit

Ergebnis einer Studie mit 112 Mädchen im Alter von 13 bis 19

Depressionen, Stress, Müdigkeit und sogar Kopfschmerzen, unter denen junge Mädchen leiden, können durch regelmäßigen Tanz gelindert werden.

Die Studie mit dem Titel "Influencing Self-rated health among adolescent girls with dance intervention" wurde von der Physiotherapeutin, Anna Duberg von der Universitätsklinik Örebro und Doktorandin an der Örebro Universität in Schweden durchgeführt.

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Lebenselixier Tanz

Wer sich im Rhythmus der Musik bewegt, stärkt nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch die Psyche

Ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren ist für den Gesundheitseffekt von Tanzen verantwortlich: unter anderem die Musik, die Berührung sowie die körperliche Bewegung. Und dabei wurde uns diese Form der Bewegung in die Wiege gelegt.

Ich kann nicht tanzen!« Wie oft haben Sie diesen Satz schon gehört? Oder ihn vielleicht selbst ausgesprochen? Viele Menschen, insbesondere in nördlichen Ländern wie Dänemark, Deutschland oder England, tanzen sehr wenig, weil sie meinen, es nicht zu können. Die Angst ist allerdings unbegründet. Die Fähigkeit, einem Rhythmus zu folgen, ist uns laut wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Wiege gelegt.

Lesen Sie den gesamten Artikel im Spektrum Gehirn&Geist

Ballett für alle

Über die Anpassung von Unterrichtsformen zur Erhöhung der Barrierefreiheit

Clare Guss-West ist Vorsitzende des IADMS-Komitees "Dance for Health" und internationale Lehrbeauftragte an der Universität Bern. In diesem interessanten Beitrag spricht sie über moderne Entwicklungen und Inklusion im Ballettunterricht.

Mehr als jede andere Tanzform stellt das Ballett mit seinem vorherrschenden Fokus auf die physische Leistung, der äusserlichen Form und Konformität mit traditioneller Ästhetik vielleicht die größten Herausforderungen für alle Aspekte der Barrierefreiheit dar, und doch wächst die Nachfrage nach angepasster Ballettpraxis schnell. Institutionen wie die Royal Academy of Dance und das Adaptive Dance Program der Joffrey Ballet School begrüßen diese Entwicklung und integrieren in vielen Fällen Kinder mit motorischen Herausforderungen in den regulären Unterricht.

Zum englischen Originalartikel

Wirkung eines einwöchigen Tanzprojekts auf die soziale Interaktion

Eine wissenschaftliche Perspektive: Tanz macht Schule

Als ich aufwuchs, hatte ich die Gelegenheit, den Tanz von klein auf zu erleben, und das habe ihn bis heute beibehalten. Bei meiner derzeitigen Arbeit als Tanzlehrer in verschiedenen Tanzschulen kann ich beobachten, welche positiven Auswirkungen Tanz auf die Gruppendynamik und jedes einzelne Kind im Studio haben kann.

Das Ergebnis meiner Studie legt nahe, dass gemeinsames Tanzen die Empathiefähigkeit und die Verbundenheit zwischen Gleichaltrigen erhöht.

Lesen Sie die Zusammenfassung der Studie von Anouk Lehner, MAS Dance Science, auf Englisch: Effect of a one-week-dance-project on the social interaction between students and teachers in a public school

Einfluss von Tanztraining auf das Körperbild von Patientinnen mit Essstörungen

Körperwahrnehmung und Selbstwertgefühl im Tanz

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob Tanzunterricht ein geeignetes Mittel ist, um das Verhältnis zum eigenen Körper und das Selbstwertgefühl zu verbessern.

In unserer Konsumgesellschaft wird sehr viel Wert auf das äußere Erscheinungsbild gelegt, der Körper wird mehr und mehr zur Ware und „geht als fühlender Körper verloren.“ (Zitt, 2008, S.143). Eine allgemein zunehmende Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper führt häufig zur Entwicklung eines negativen Körperbildes und gipfelt in Krankheitsbildern wie Anorexie und Bulimie, die maßgeblich in Industrieländern vorkommen (DGPM, 2010, S. 20). Sie sind gekennzeichnet durch eine pathologische Entfremdung vom eigenen Körper und seinen Bedürfnissen und gehen typischerweise mit gravierenden Körperwahrnehmungsstörungen einher. Um den Effekt von Tanz auf die Entwicklung eines positiven Körper- und Selbstwertgefühls zu verdeutlichen, wurden für diese Projektarbeit sechs Probanden mit Essstörungen untersucht.

Projektarbeit downloaden: Einfluss von Tanztraining auf das Körperbild von Patientinnen mit Essstörungen

Weitere Informationen zur Autorin und der Methode: Tanzhologie Studio

Tanz & kreative Bewegung: Effekte auf die Selbstwirksamkeit und das Wohlbefinden von Senioren

Wissenschaftliche Perspektive: Wohlbefinden im Alter

Tanzen wird von der WHO (2018) als gesundheitswirksame körperliche Aktivität für ältere Erwachsene empfohlen. Trotzdem gibt es nur wenige Studien zu diesem Thema. Mit dieser Arbeit versucht Carla Winkelmann im Rahmen ihrer Abschlussarbeit für das MAS Dance Science diese Lücke zu schliessen.

Zeitgenössischer Tanz bietet viele Möglichkeiten zur gelebten Inklusion

Ein Interview von Alessandro Schiattarella «Strano» mit Catja Loepfe, Künstlerische Leiterin des Tanzhaus Zürich

Catja Loepfe ist künstlerische Leiterin des Tanzhaus Zürich und setzt sich seit 2017 verstärkt für Inklusion ein. Dieses Interview ist im Rahmen der Publikation der Fachstelle Kultur inklusiv von Pro Infirmis entstanden. Die Fachstelle setzt sich für die kulturelle Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ein und begleitet Kulturinstitutionen im Rahmen von Labelpartnerschaften.

Zum vollständigen Artikel auf der Seite vom Tanznetzwerk Schweiz reso

Jahrbuch Tanzforschung 2020: Sinn und Sinne im Tanz

Perspektiven aus Kunst und Wissenschaft

Aus der Perspektive unterschiedlicher AutorInnen aus Kunst und Wissenschaft werden Wege aufgezeigt, wie aus verschiedenen Situationen neuartige Zugänge zu künstlerischer, forschender und vermittelnder Praxis entspringen können.

Ähnlich und doch verschieden: Sinn und Sinne im Tanz. Sinn steht für Sinnhaftes, für Einsicht und Vernunft - und mit Sinne wird alles Sinnliche, wird Erfahrung und Wahrnehmung verbunden. Tanz macht Sinn, Tanz ist Sinnlichkeit. Aus der Reibung dieser beiden Pole entstehen für den künsterlischen Tanz wie auch für deren Erforschung neuartige Ansätze. Das im Körper gespeicherte Wissen spielt dabei eine bedeutende Rolle. Aus der Perspektive unterschiedlicher Autorinnen und Autoren aus Kunst und Wissenschaft werden Wege aufgezeigt, wie aus verschiedenen Situationen neuratige Zugänge zu künstlerischer, forschender und vermittelnder Praxis entspringen können.

Dieses gtf-Jahrbuch enstand in Zusammenarbeit mit dem Institute for the Performing Arts and Film (IPF) der Züricher Hochschule der Künste.

Bestellen bei Transcript Verlag

Tanztherapie: Wie Tanzen heilen kann

Tanzen wirkt nicht nur präventiv. Tanzen kann auch heilen.

Tanztherapie kann bei nahezu jeder Erkrankung eine wunderbare begleitende Massnahme darstellen. Sie kann aber auch beim Gesunden die persönliche Entwicklung fördern. Ina Sauther durchforscht für sie die aktuelle wissenschaftliche Studienlage.

Zum vollständigen Artikel: Zentrum für Gesundheit

Buchtipp | Tanzen macht nicht nur glücklich, sondern auch schlau

Der Bestseller von Lucy Vincent jetzt auf Deutsch erhältlich

Gehirn im Viervierteltakt: Wir haben es immer gewusst, aber nun ist es wissenschaftlich belegt. Tanzen macht nicht nur glücklich, sondern auch schlau.

Die Kombination aus Rhythmus, musikalischem Gehör, Choreographiearbeit, asymmetrischem Training von linker und rechter Körperhälfte, Koordinationsvermögen (alleine, als Paar oder in der Gruppe) und Ausdauertraining fördert und fordert unterschwellig den Denkapparat. Das lässt sich in der Gerontologie und Demenztherapie wunderbar umsetzen, aber auch im schulischen Kontext gibt es hiermit eine Alternative zum Geigenunterricht.

Weitere Informationen finden Sie beim Goldmann Verlag

Emotionale Intelligenz im Tanz

Infoblatt 7

Emotional intelligente Tänzer und Tanzpädagogen können einschätzen, welche Handlung voraussichtlich welche Emotionen auslösen werden, um dann dieses Wissen in eine verantwortungsvolle Entscheidungsfindung einfliessen zu lassen.

Die Info-Blätter können für 10.00 Euro (3,50 Euro für Mitglieder) bei der ta.med - Gemeinnütziger Verein für Tanzmedizin bezogen werden. 

Tanz wirkt! Wirkt Tanz?

Rückblick auf den Forschungstag Tanztherapie 2019 der Gesellschaft für Tanzforschung GfT

Am 11. Mai fand der Forschungstag Tanztherapie 2019: "Tanz wirkt! Wirkt Tanz?" statt. Er wurde vom Berufsverband der TanztherapeutInnen Deutschlands (BTD) in Kooperation mit der Gesellschaft für Tanzforschung (gtf) und der Medical School Hamburg veranstaltet.

Das Anliegen des Forschungstags Tanztherapie 2019 war es, den gegenwärtigen Stand der tanztherapeutischen Forschung in den Blick zu nehmen, die vielfältigen Formen der Forschung in der Tanztherapie sichtbarer zu machen und sich zu fragen: Wie, warum, für wen und vor welchem gesellschaftlichen Hintergrund forschen wir?

Auf der Webseite der Gesellschaft für Tanzforschung GfT finden Sie den gesamten Beitrag mit Berichten von TeilnehmerInnen über die Vortrage und Workshops

Impulse und Perspektiven für Tanzlehrerinnen und Tanzlehrer

Interview mit Frau Dr. Andrea Schärli, Leiterin MAS in Dance Science der Universität Bern

Über aktuelle Forschungsschwerpunkte und die vielseitigen Entwicklungsmöglichkeiten für TanzlehrerInnen

Seit 2015 leiten Sie den MAS in Dance Science der Universität Bern. Was hat sich in den vergangenen vier Jahren verändert?

Das Interesse an der Dance Science ist ungebrochen und sogar noch gewachsen. Wir haben vor vier Jahren mit einer Gruppe von über 20 Studierenden angefangen, die alle vor einem Jahr abgeschlossen haben. Auch bei der dritten Runde haben wir wieder über 20 Studierende. Es sind inzwischen immer mehr Studien zu unterschiedlichen Tanzstilen und vermehrt auch interdisziplinäre Arbeiten verfügbar, welche nebst der Medizin auch die Fachbereiche Psychologie, Bewegungs- und Trainingswissenschaft, Pädagogik und Biomechanik umfassen.

Unsere Studierenden widerspiegeln diesen Trend. Der tänzerische Hintergrund reicht von Breakdance, Orientalischem Tanz, zeitgenössischem Tanz, Jazztanz bis hin zu Musicaltanz. Auch liegt das Interesse nicht mehr ausschließlich im professionellen Bühnentanz, sondern auch in der Spezialisierung auf verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Gerade die gesundheitlichen Effekte von Tanz bei Seniorinnen und Senioren ist ein Thema, auf welches ich von Journalisten in letzter Zeit immer wieder angesprochen werde. Das scheint ein ‚hot topic‘ zu sein.

 

Tanzen wird immer noch gerne als Fitnesstraining eingestuft. Wie sehen Sie das?

Tanzen kann natürlich als Fitnesstraining dienen, je nach Tanzstil und Lehrer. Oft steht aber nicht das ‚Workout‘ im Vordergrund, sondern das Erlernen von komplexen Bewegungsabläufen, das Bewegen mit Musik, die Imagination oder die Interaktion mit dem Tanzpartner. Interessanterweise zeigen zum Beispiel viele Studien auf, dass gerade Balletttänzerinnen und -tänzer im Bereiche der aeroben Ausdauer nicht über eine gleich gute Fitness verfügen wie durchschnittlich aktive Menschen. Die Aussage, dass Tanz ein Fitnesstraining sei, ist also mit Vorsicht zu geniessen. Wenn ein vollumfängliches Fitnesstraining mit Ausdauer und Kraftrainingselementen erwünscht ist, dann ist Tanzen sicherlich nicht die erste Wahl.

 

In den Neurowissenschaften ist das Interesse am Tanzen stark gestiegen. Ist die Entdeckung der Spiegelneuronen dafür verantwortlich? Wie können wir uns diese Entwicklung erklären?

Tanz ist in der Tat für die Neurowissenschaften sehr interessant. Das rührt daher, dass Tänzerinnen und Tänzer sich unglaubliche lange Choreographien einprägen können und dass sie ein fast unendliches Bewegungsrepertoire aufweisen. Die Spiegelneuronen sind ein wichtiger Aspekt beim Erlernen dieser Bewegungsabfolgen.

Darüber hinaus zeigen neuere Studien deutlich auf, dass der Tanz als Aktivität sich von anderen Bewegungsformen, wie zum Beispiel  Joggen oder Fitnesstraining abhebt, gerade im Kampf gegen neuro-degenerative Erkrankungen wie Demenz. Beim Tanzen sind die exekutiven Funktionen (z.B. die Fähigkeit zum Dual Tasking) kontinuierlich angesprochen. Und es sind eben genau solche Aktivitäten mit komplexer Koordination in Verbindung mit kognitiven Herausforderungen, die unserem Gehirn und Körper optimal schulen, sowohl in der Kindheit als auch im Alter.

 

Welcher Forschungszweig kommt ihrer Meinung nach im Moment noch zu kurz? Wo wünschen Sie sich neue Forschungsschwerpunkte?

Es gibt immer noch wenige methodisch gut durchdachte Studien, die Effekte von Tanz auf die Gesundheit und das Wohlbefinden verschiedener Bevölkerungsgruppen untersuchen. Hier gibt es sicherlich noch Bedarf. Auch fände ich es schön, wenn der Bereich des motorischen Lernens vermehrt auf Tanz übertragen wird und mit tanzspezifischen Studien vorangetrieben wird.

 

Der MAS in Dance Science bietet ein breit abgestütztes Weiterbildungsprogramm, welches weit über die motorischen und biomechanischen Aspekte der Bewegung zur Musik hinausgeht. Welches Ziel verfolgen Sie mit dieser Ausrichtung?    

Wir wollen vor allem Praktiker aus dem Feld des Tanzens mit theoretischen Konzepten zu verschiedenen Disziplinen wie Anatomie, Physiologie, Neurowissenschaften, Biomechanik, Bewegungs- und Trainingswissenschaft, Psychologie und Pädagogik ausrüsten, damit sie ihre Tätigkeit reflektieren können und neue Impulse erhalten. Wichtig ist uns auch, die Forschungsmethode und das Lesen und Verstehen von wissenschaftlichen Artikeln zu vermitteln, damit die Teilnehmenden in Zukunft ihre Inhalte und Methoden evidenzbasiert wählen können. Dies ermöglicht auch das Erstellen neuer Programme/Curricula, zum Beispiel Tanz für Seniorinnen in einem Altersheim. Zu diesem Thema bieten wir im Oktober und November übrigens zwei Workshops an.

 

Welche Möglichkeiten eröffnet eine fundierte Aus- und Weiterbildung den TanzlehrerInnen in der Schweiz?

Tanzlehrerinnen und Tanzlehrer erhalten die Möglichkeit, ihr Training evidenzbasiert und nach neusten wissenschaftlichen Standards auszurichten und sich so von anderen Anbietern abzuheben. Mit einer Weiterbildung zum Beispiel in der Dance Science können auch Ideen für neue Angebote entwickelt werden.

 

Bevor Sie in die Forschung eingestiegen sind, haben Sie sich unter anderem auch intensiv mit Tanzpädagogik auseinandergesetzt und waren selbst aktiv als Tanzlehrerin am Gymnasium tätig. Was sind ihre Erfahrungen?

Ja, das stimmt. Ich hatte auch in den Niederlanden unterrichtet und da war Tanz sogar ein Maturafach. Es sind immer noch meist die Mädchen, die freiwillig zum Tanzen kamen und die sich fürs Tanzen begeistern liessen. Eine Umfrage in UK zeigt, dass Tanzen die zweit beliebteste körperliche Aktivität nach Fussball ist. Da muss unbedingt angesetzt werden. Die Jugendlichen sollen mit tollen Angeboten im Tanzbereich zur Bewegung motiviert werden. Momentan unterrichte ich auch Tanz für die Sportwissenschafts-Studierenden und da ist es wunderbar zu sehen, dass grad auch die jungen Männer extreme Fortschritte erzielen und das Tanzen richtig zu schätzen lernen. Einer hat mal gesagt: „Schade habe ich nicht früher gemerkt wie cool Tanzen ist!“

 

Welche Rolle spielt das Tanzen für Sie im Bildungsprozess von Kindern und Jugendlichen?

Tanzen ist wichtig für die Bewegungsentwicklung von Kindern und Jugendlichen. Es wird in der Schweiz aber leider stark vernachlässigt. Im neuen Lehrplan ist es einerseits der Musik und andererseits dem Sport zugeteilt. Es sollte aber unbedingt ein eigenständiges Fach sein, was auch den Tanzlehrerinnen und Tanzlehrer zusätzliche Anerkennung geben würde. Die meisten Sport- und Musiklehrer können das Fach nur ansatzweise vertreten. Bei uns am ISPW gibt es Forschung zum Einfluss von physischer Aktivität/Sportunterricht auf die kognitive Leistung von Schülern (Gruppe von Prof. Dr. Mirko Schmidt). Dabei hat sich gezeigt, dass komplexe Bewegungsaufgaben zu höheren Leistungen in der Schule führen können. Tanz würde da also eine wichtige Rolle spielen, wenn es denn nur angeboten würde.

 

Welche Rolle spielt das Tanzen in der Gesundheitsprävention?

Bewegungen im Allgemeinen und Tanzen im Speziellen können viele Krankheiten und Probleme vorbeugen. Wie oben schon genannt, sind es eben komplexe Bewegungsaufgaben, welche für die Kognition und z.B. im Kampf gegen die Demenz entscheidend sein können. Hier sehe ich ein riesiges Potential, welches bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Es ist zu hoffen, dass wir mit Studien Fakten auf den Tisch legen können und dann Politiker und Vertreter von Krankenkassen überzeugen können, dass das Tanzunterricht eine sehr effektive Prävention und/oder Rehabilitation sein kann.

 

Was trägt das MAS-Programm zu dieser Entwicklung bei?

Wir versuchen mit Studien, die Vorzüge des Fachs Tanz aufzuzeigen und so dann vielleicht auch irgendwann die Politiker davon überzeugen zu können!

 

Weitere Informationen: Weiterbildungsangebot der Universität Bern in Dance Science

Tanzen und Gesundheit aus sportmedizinischer und sportpsychologischer Sicht

Positive Gesundheitseffekte des Tanzens aus Sicht der Medizin

„Bewegung ist Medizin“, ein Slogan, der in den letzten Jahren sehr populär wurde und aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht grundsätzlich Richtigkeit hat. Doch inwiefern hält das Tanzen, was es verspricht? Eine kurze und kritische Bestandsaufnahme zur aktuellen Studienlage von Dr. Wolfgang Schobelsberger.

Cool facts, hot feet

Menschen tanzen aus Spaß, Erholung, sozialen Gründen und zunehmend auch für ihre Gesundheit. Es gibt etwas Einzigartiges am Tanz, wie er inspiriert und motiviert

Dieser Report legt den Fokus auf unterschiedliche Altersgruppen, Tanzstile, Settings und medizinische Bedingungen im Rahmen der Erforschung von Freizeittanz.

Der Schwerpunkt liegt auf Forschungsarbeiten und Evaluationsberichten, bei denen ein wissenschaftlicher Ansatz bei der Erhebung und Analyse von Daten verfolgt wurde. Dazu gehören beispielsweise der Einsatz von randomisierten Kontrollstudien, validierten Messgeräten für körperliche Aktivität und der psychischen Gesundheit sowie statistische Standardverfahren. In der Übersicht werden auch Zeitschriftenartikel aufgeführt, bei denen die Forschungsmethodik nicht den aktuellen wissenschaftlichen Standards entspricht, aber wichtige Hinweise für die Auswahl von zukünftigen Forschungsschwerpunkten liefern können.

Hier können Sie den gesamten Bericht Dancing to health - a review of the evidence von People Dancing UK herunterladen. 

 

Tanz ist mehr als Therapie

Eine qualitative Analyse des therapeutischen Tanzunterrichts für Parkinson-Betroffene

Welche Vorteile und Grenzen hat der Tanzunterrricht für Parkison-Bertroffene und wie sollen die Lektionen gestaltet werden, damit die Teilnehmer einen möglichst grossen Nutzen davon tragen?

Nebst der Verbesserung der Motorik können gut strukturierte Tanzkurse auch die soziale Verbundheit erhöhen. Aus Sicht der Teilnehmer ist die sorgfälltige Planung und Anpassung der Kursinhalte an die Möglichkeiten und Bedürfnisse der Betroffenen ausschlaggend für die Qualität der Kurse. 

Diese Studie wird TVS-Mitgliedern auf Anfrage kostenlos zur Verfügung gestellt. 

Tanzen wirkt als wahres Gehirntraining und macht geistig fit

Eine Studie der Universität Bochum zur Gesundheit von Senioren

Tanzen hält fit und wirkt als wahres Gehirntraining, was schon länger bekannt ist. Aber wie effektiv hilft es beispielsweise älteren Menschen? Genau das haben jetzt Bochumer Forscher getestet – mit verblüffendem Ergebnis: Übten die betagten Probanden nur einmal pro Woche ein speziell für ältere Leute entwickeltes Tanzprogramm, verbesserte dies ihre geistige Fitness und steigerte ihre Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit.

Lesen Sie den gesamte Artikel im Wissenportal von Neuronalfit

Und hier noch ein visueller Beitrag auf Focus Online zur Inspiration: Tanzender Senior stielt Strassenmusiker die Show 

 

Tanzen sollte vom Hausarzt verschrieben werden

Eine Zusammenfassung der vielfältigen Nutzen des Tanzens

Tanzen ist eine ganzheitliche Körperaktivität, bei der du ganz schön ins Schwitzen kommst. Deine Gesundheit wird es dir danken, wenn du regelmäßig tanzt, denn dieser Sport wirkt sich auf viele Bereiche deines Körpers aus:

Muskeln: Durch die Bewegung verbessert sich die Funktion deiner Muskelzellen. Deine Koordinationsfähigkeit wird gefördert. Verspannungen lösen sich und treten seltener auf. Zudem können deine Muskeln bei Belastung besser und schneller reagieren.

Stützapparat: Sehnen und Bänder werden durch die rhythmische Bewegung kräftiger durchblutet. So kannst du deine Gelenke besser schützen. Aber auch diese profitieren vom Tanzen. Deine Beweglichkeit wird erhalten und sogar verbessert.

Wirbelsäule: Tanzen ist eine Sportart, bei der es auf die richtige, aufrechte Haltung ankommt. Das erhöht die Beweglichkeit deiner Wirbelsäule. Du wirst feststellen, dass du dich allgemein aufrechter halten wirst. So beugst du Bandscheibenvorfällen vor.

Organe: Die Bewegung sorgt dafür, dass dein Herz leistungsfähiger wird. Deine Durchblutung verbessert sich. Die gesteigerte Sauerstoffversorgung sorgt für eine bessere Funktion deiner Lunge, verbrauchte Luft wird schneller ausgeschieden.

Immunsystem: Tanzen erhöht die Anzahl der Killerzellen deines Immunsystems. Damit kann dein Körper Infekte schneller abwehren: Du wirst nicht mehr so schnell krank werden.

Fettverbrennung: Durch das rasche Tempo einiger Tänze (Disco-Fox, Jive) verändern sich deine Enzyme. Es bilden sich viel mehr Enzyme, die Fett verbrennen. So wirst du auf Dauer eventuell vorhandenes Hüftgold los – und die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass sich neuer „Speck“ ansammeln kann.

Gedächtnissteigerung: Dein Gehirn wird, wie bei jedem Ausdauertraining, besser durchblutet. So wirst du wach, leistungsfähig und kannst dir viel mehr merken. Im Laufe deines Lebens lässt normalerweise die Verknüpfung der Nervenzellen untereinander nach – das so genannte neuronale Netz wird abgebaut. Tanzen verbessert die Verknüpfung deiner Gehirnzellen untereinander. Die koordinierten und rhythmischen Bewegungen erhalten so dein Gehirn jung. Es ist sogar möglich, dass sich verkümmerte Bereiche des Gehirns wieder regenerieren. Nachgewiesen ist, dass Tanzen das Lernvermögen und das Gedächtnis verbessert.

Hormone: Durch die Bewegungen steigt die Serotoninproduktion. Das macht dich glücklich und kreativ. Darüber hinaus wird auch das Kreativitätshormon ACTH vermehrt produziert. Dadurch entspannt sich dein Körper, dein Geist aber wird hoch leistungsfähig. TänzerInnen sind überdies Menschen, die Probleme kreativer lösen als andere – sie sind es gewohnt, auch die rechte, kreative Gehirnhälfte mit einzusetzen.

Endorphine: Das Tanztempo sorgt dafür, dass nach einigen Übungsstunden Endorphine freigesetzt werden. Das sind körpereigene Stoffe, deren Wirkung mit Drogen vergleichbar ist. Allerdings sind sie viel harmloser. Sie sorgen „nur“ dafür, dass du dich entspannst, glücklich und zufrieden fühlst.

 

Unser Buchtipp zum Thema

Tanzmedizin, Anatomische Grundlagen und gesunde Bewegung, Josef Huwyler, Hogrefe, 2013

Dieses grundlegende Lehrbuch der Anatomie und Sportmedizin ist aus der jahrzehntelangen Arbeit des Autors mit Tänzern hervorgegangen. Es vermittelt Tanzpädagogen, professionellen Tänzern und Tanzschülern praktisch nutzbare Kenntnisse über ihren Körper, die direkten Bezug zu ihrer Arbeit haben. Der verständliche und ausführliche Text wird durch zahlreiche Abbildungen veranschaulicht. Das Buch dient auch dem Arzt als Leitfaden für seine Lehrtätigkeit an Ballettschulen. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis bietet die Möglichkeit zu weiteren Informationen.

Tanzen als Medizin: Mit Schwung gegen Altersbeschwerden

Portrait einer Tanzgruppe der besonderen Art

Gut für die Kondition, für Psyche und Gedächtnis: Tanzen kann, vor allem für ältere Menschen, mehr sein als nur ein Ausdruck von Lebensfreude.

Zum vollständigen Artikel der Deutschen Ärztezeitung

Weiterführende Informationen zur Tanzgruppe ArtRose

Tanzen ist der gesündeste Sport

Tanz stimuliert den Körper als Ganzes, aktiviert das Gehirn, macht Menschen glücklich und schafft sozialen Zusammenhalt.

Man kann es nicht oft genug sagen. Der Tanz hat positive Auswirkungen auf den Körper, das Gehirn, die Stimmung und das soziale Verhalten. Diese Aktivität, die Kinder zum aufblühen bringt, Paare bindet und Rentner verjüngt, ist für Männer vorteilhafter als jeder andere Sport, sagt die Neurobiologin Lucy Vincent in Make your brain dance!

Zum vollständigen Artikel in der fränzösischen Zeitschrift Le temps

Wenn Kinder tanzen

Ein spannender Beitrag über den Nutzen von Tanzen bei Kindern

Tanzen hat einen positiven Einfluss auf die körperliche, geistige, emotionale und soziale Entwicklung von Kindern. Die Fähigkeit zu tanzen ist bereits vorhanden, bevor Kinder sprechen können.

Kinder bewegen sich auf eine angeborene Weise: Bewegung dient dazu, Gedanken oder Gefühle auszudrücken. Wenn ihre Bewegungen strukturiert und bewusst ausgeführt werden, wird es zum Tanz. Wenn du Kinder hast, fragst du dich vielleicht, wie du ihre unerschöpfliche Energie am besten kanalisieren kannst. Für Mädchen und Jungen jeden Alters ist der Tanz eine ausgezeichnete Alternative zum Teamsport.

Zum französischen Originalartikel auf Partenaire de danse

Jahrbuch Tanzforschung 2018: Tanz – Diversität – Inklusion

Das Jahrbuch der Gesellschaft für Tanzforschung Gtf versammelt grundlegende Positionen zu Diversität und Inklusion im und durch Tanz

Diversität, Teilhabe und Inklusion sind in aktuellen Debatten in Bildung, Wissenschaft, Politik und Kultur zentrale Leitbegriffe und Mitgestalter gesellschaftlicher Entwicklungen.

Im Tanz spielt Diversität seit langem eine bedeutende Rolle, sei es als tanzkünstlerisches Thema, als Impuls für kreatives Schaffen, im Rahmen tanzpädagogischer Vermittlungsprozesse oder auch in tanztherapeutischen Kontexten. Zudem zeichnet sich Tanz durch sein hohes Teilhabe- und Inklusionspotenzial aus.

Das Buch ist auf Open Access zum Download verfügbar.

«So und nicht anders»

Ein Tanzprojekt, welches das Menschsein zelebriert

Dass Tanzen nicht dem sportlich-akrobatisch-dynamischen Körper vorbehalten ist, zeigt das Tanzprojekt von Jeannine Elsener und Massimiliano Madonna am Tanzfestival 2019 in Zug. Eine einzigartige Darbietung, welche das Menschsein zelebrierte, die Akzeptanz des Einzelnen und die gemeinsame Leidenschaft im Vordergrund stellt.

Die Bilderstrecke des Projekts ist berührend und inspirierend zugleich.

Hier geht es zum Artikel in der Zuger Zeitung.

Aktuelle Studien zu Tanzinterventionen mit Kindern

„Moving Systems“ als multidisziplinärer Ansatz gegen Schulabbruch und zur Lernförderung

Dieser Artikel beschäftigt sich mit bewegungs- und tanzorientierten Interventionen in zwei verschiedenen Schulsettings. Die erste Studie wurde in Deutschland an einer damaligen achten Hauptschulklasse mit SchülerInnen durchgeführt (Schaub-Moore 2017), welche ein hohes Risiko trugen, den Schulabschluss nicht zu bestehen bzw. die Schule vorzeitig abzubrechen. Die zweite Studie wurde von Sarnadinha, Pereira, Ferreira, Fernandes und Veiga (2018) mit Vorschulkindern in Portugal durchgeführt und untersuchte die Auswirkungen einer Psychomotorik- und einer Tanz- und Bewegungsintervention bei Kindern mit besonderem Förderbereich.

Die Studie von Dr. rer. soc. Iris Bräuninger steht auf Research Gate zum Dowonlad bereit. 

Tanzen wirkt positiv auf unsere Hirnleistung

Interview mit Neurowissenschaftler Wolfgang Knecht

Der Neurowissenschaftler Wolfgang Knecht von der ETH Zürch erklärt, wie Wellness fürs Gehirn funktioniert und wie Sie Ihr Denkorgan in Topform bringen

Die Wirkungen von Tanz aufs Gehirn werden derzeit an der ETH untersucht. Das Spezielle daran ist, dass dabei die akustische Welt auf die Bewegung trifft und somit mehrere Funktionen gleichzeitig aktiviert werden – beispielsweise die Aufmerksamkeit, und die Sensorik und eben die Motorik. Das hat einen positiven Effekt auf unsere Hirnleistung. Basierend auf diesen Ergebnissen werden nun Spiele hergestellt, welche verschiedene geistige und körperliche Funktionen trainieren können.

Zum Interview im Tagesanzeiger

 

Takt für Takt gesünder

Tanzen macht glücklich, fit und ist ein gutes Mittel gegen Altersbeschwerden und Fettpölsterchen. Und alle können es lernen!

Wer tanzt, trainiert Körper, Geist und tut seiner Seele Gutes. Andrea Schärli, Dozentin und Fachleiterin Tanz des Instituts für Sportwissenschaft in Bern: «Tanzen ist eine der effektivsten und gesündesten Sportarten überhaupt. Verglichen mit beispielsweise Joggen, Radfahren oder Krafttraining hat Tanzen den Vorteil, dass es körperliche Aktivität mit kognitiven Herausforderungen und sozialen Komponenten vereint.»

Ingrid Peter (73) kreist geschmeidig ihre Hüfte zum Aufwärmlied «079» von Lo & Leduc. Dann kubanische Salsamusik. Schnelle Schritte, Drehungen und Hüpfen. Alles in roten Absatzschuhen. «Nach dieser Stunde bin ich pflotschnass. Ich tobe mich aus und tanke gleichzeitig neue Energie», sagt die Rentnerin aus Bolligen (BE). Jeden Mittwochabend besucht sie einen Salsakurs nur für Frauen in der Berner Tanzschule Muevete.

Hier können Sie den vollständigen Artikel im Drogistenstern downloaden

Das könnte Sie auch Interessieren: Senioren Tanz Bern - ein interdisziplinäres Projekt

Tanzstunden müsste es auf Rezept geben

Interview mit den Neurowissenschaftlern Julia F. Christensen und Dong-Seon Chang

Sich zu Rhythmen zu bewegen macht nicht nur Freude, sondern trägt immens zu unserer Gesundheit bei. Zwei Neurowissenschaftler erklären, warum man unbedingt öfter das Tanzbein schwingen sollte.

Lesen Sie den vollständigen Aritkel in der Frankfurter Allgemeine

Hier geht es direkt zum Beststeller von Julia F. Christensen und Dong-Seon Chang: Tanzen ist die beste Medizin - Warum es uns gesünder, klüger und glücklicher macht. Oder Sie lassen sich durch das Interview mit Julia F. Christensen insprieren 

 

Buchtipp | Tanzen ist die beste Medizin

Warum es uns gesünder, klüger und glücklicher macht

Gesundheit und Tanzen sind zwei Seiten derselben Medaille: Zu tanzen lindert nachweislich die Symptome von Parkinson und Depression; es schult den Gleichgewichtssinn, die Koordination, hilft gegen Demenz besser als jedes Gehirnjogging, kurz, es macht uns zu einfühlsameren, geduldigeren, glücklicheren und anziehenderen Menschen. Tanzen kann sogar Beziehungen retten, denn: Liebe geht durch die Beine. Die Autoren verraten, warum wir überhaupt tanzen, dass Tanz Ausdruck von Gefühlen sein kann, warum er als gesellschaftlicher Kitt dient, als Symbol für Schönheit und Verführung gilt und zur Heilung von Körper, Geist und Seele beiträgt.

Wissenschaftliche Erkenntnisse lebendig und anschaulich vermittelt: Bei bei exlibris bestellen

Sophie tanzt. Und tanzt. Und tanzt.

Tanzen als Lebeneselexier

Eine Tanzstudentin sitzt nach schwerer Erkrankung im Rollstuhl. Doch aufzugeben kommt für Sophie Hauenherm nicht in Frage. Jetzt hat die 18-Jährige ihre Bachelorprüfung an der Palucca-Hochschule abgelegt.

Als sich die 18-jährige bei ihrer Abschlussprüfung verbeugt, muss sie dabei sitzen bleiben – im Rollstuhl. Das Publikum ist wie gebannt. Dem bewegenden Auftritt folgt ein Moment der Stille. Dann Standing Ovations.

Lesen Sie den vollständigen Arikel der Deutschen Ärztezeitung und im Spiegel Online

Die Heilkraft des Grooves

Warum das Tanzen in vielen Kulturen der Welt tief verankert ist

Der Mensch ist ein Tänzer. Doch warum nur? Forscher beginnen, das rauschhafte Verhalten zu enträtseln. Experimente zeigen: Die rhythmische Bewegung zu Musik verführt und verbindet – und kann sogar Kranken heilen. Es ist ein Fest für den Körper, eine Ode an die Gemeinschaft und die Ästhetik, getanzter Sex und Leidenschaft pur.

Zum Originaltext auf Spiegel Online

Dank Tanz weniger Stürze

Eine Untersuchung durch Studenten der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

Bewegung und Tanz können gerade bei Patienten mit eingeschränkter Mobilität das Sturzrisiko senken. Diese Annahme haben drei Studentinnen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW in der Praxis überprüft.

Lesen Sie den vollständigen Presseartikel im Freiämter

Bewegungs- und Tanzangebote für Senioren finden Sie auf sicherstehen.ch, einer Initiative von des BFU, Pro Senectute und Gesundheitsförderung Schweiz

Ich kann meinen Herzschlag spüren

Tanzen verbessert die Selbstwahrnehmung und erhöht die Präsenz im eigenen Körper

Interozeption ist der Prozess der Wahrnehmung von Signalen des Körpers, einschließlich Herzfrequenz (HR) und Magensignale und wird als ein Mechanismus beschrieben, der entscheidend an der Schaffung von Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein beteiligt ist.

Die Aufgabe der Herzschlagwahrnehmung ist ein Werkzeug zur Messung der interozeptiven Genauigkeit (IAcc) von Menschen. IAcc korreliert positiv mit Messungen des Selbstbewusstseins und mit Attributen wie emotionaler Sensibilität, Empathie, prosozialem Verhalten und effizienter Entscheidungsfindung. Die interozeptive Genauigkeit ist in der Allgemeinbevölkerung auf einem moderaten Niveau, und Versuche, Gruppen von Menschen zu identifizieren, die aufgrund ihrer spezifischen Ausbildung (z.B. Yoga, Meditation) einen höheren IAcc aufweisen könnten, waren nicht erfolgreich. Eine aktuelle Studie mit Musikern deutet jedoch darauf hin, dass die in der Kunst ausgebildeten Personen einen hohen IAcc-Wert aufweisen könnten. In dieser Studie wurde der IAcc an 20 professionellen Tänzern und 20 weiblichen Kontrollpersonen anhand der Herzschlagwahrnehmung getestet. Tänzer hatten einen höheren IAcc, und dieser Effekt war unabhängig von ihren niedrigeren Herzfrequenzen (ein Proxy-Mass für körperliche Fitness), ihrer Zählfähigkeit und ihrem Wissen über Herfreuquenzen. Eine zusätzliche Analyse zwischen den Gruppen nach einem Median-Split in der Tänzergruppe (basierend auf jahrelanger Tanzerfahrung) ergab, dass sich die IAcc-Werte der Juniortänzer von der Kontrollgruppe unterschied und die IAcc der Seniortänzer höher war als die der Juniortänzer und der Kontrolle. Die Dauer der Tanzerfahrung korreliert also positiv mit IAcc. Demgegenüber wurden keine Korrelationen zwischen IAcc und Fragebogen-Messungen von Empathie, emotionaler Erfahrung und Alexithymie gefunden. Diese Ergebnisse werden im Kontext aktueller Theorien des Abfangens und der Emotion diskutiert, die die Merkmale des Kunsttrainings hervorheben, die mit IAcc in Verbindung gebracht werden könnten.

 

Zur Studie von Julia F. Christensen (kostenlose Anmeldung auf Researchgate erforderlich, nur auf Englisch)

Tanz der Neuronen

Wenn tanzen klüger macht

Tanze mit deinem Kortex. Welche Auswirkungen hat das Tanzen auf unsere Intelligenz und gibt es einen Unterschied zwischen professionellem Wettbewerbstanzen und freiem Improviationstanz?

Seit Jahrhunderten wird über den gesundheitlichen Nutzen des Tanzes in Fachbücher geschrieben, meist als körperliche Betätigung. In jüngster Zeit haben wir eine umfangreichere Forschungsbewegung über die gesundheitlichen Vorteile des Tanzes gesehen, wie z.B. den Abbau von Stress und die Erhöhung des Serotoninspiegels, mit einem Fokus auf das allgemeine Wohlbefinden des Einzelnen. Schließlich wurde ein weiterer, eher unerwarteter Nutzen untersucht, der die Leser dieses Beitrags begeistern dürfte: Tanzen macht uns oft intelligenter.

 

Lesen Sie den vollständigen Artikel auf dem französischen Blog von Tango Kiosk

Not all about sex?

Neuronale und bio-behaviorale Funktionen des menschlichen Tanzes

Tanzen bewegt und viele empfinden eine natürliche Freude beim Tanz. Diese Studie beschäftigt sich mit der Hypothese, dass Tanzen bemerkenswerte neurobiologische Effekte auf den Körper hat, welche weit über einen kurzfristigen Stimmungsanstieg und einen gesteigerten Sinn für Ästhetik hinausgehen.

Ein integrativer Überblick über die neurowissenschaftlichen Erkenntnisse und Ergebnisse aus der Verhaltensforschung schafft Klarheit bezüglich der Auswirkungen des Tanzes auf den Menschen, unabhängig des kulturellen Hintergrundes. Im ersten Teil wird die zentrale Bedeutung des Tanzes für das menschliche Leben auf dem Hintergrund der Archäologie, der vergleichenden Psychologie, der Entwicklungspsychologie und der interkulturellen Psychologie dargelegt. Im zweiten Teil werden die empirischen Evidenzen für sechs neuronale und bio-behaviorale Funktionen des Tanzes überprüft: (1) Aufmerksamkeitsfokus, (2) grundlegende emotionale Erfahrungen, (3) Bilder, (4) Kommunikation, (5) Selbstintimation und (6) sozialer Zusammenhalt.
Auf dieser Basis werden unterschiedlichen Sichtweisen über die Funktion des Tanzes für den Menschen diskutiert: (1) Tanz ist reines Vergnügen, (2) beim Tanzen geht es nur um Sex, (3) Tanzen dient ausschliesslich dem Stimmungsmanagement und erhöht das subjektive Wohlbefinden, und (4) Tanz ist nur Experten vorbehalten. Als junges Forschungsfeld sind die Beweise immer noch lückenhaft nicht vollständig schlüssig. Dieser Überblick zielt darauf ab, einen Schritt in Richtung einer Systematisierung eines neuen Forschungsfeldes zu machen: einer neuro- und bio-behavioralen Wissenschaft des Tanzes.

 

Dieser Artikel wird TVS-Mitgliedern auf Anfrage kostenlos zur Verfügung gestellt. 

Tanzen gegen Ticks

Die bewegende Geschichte eines Jungen mit Tourette-Syndrom

Wenn Dominik tanzt, ist er in seiner Welt. Kein Gedanke an Krankheit oder peinliche Auffälligkeiten. Dass er ein Tourette-Syndrom hat, wussten lange Zeit nur wenige. Jetzt hat seine Mutter ein bewegendes Buch darüber geschrieben, wie er mit Ballett die Tics überwunden hat.

Lesen Sie den vollständigen Artikel der Deutschen Ärztezeitung

Move your arm like a swan

Ein Programm für Parkinson-Betroffene: Dance for PD®

Die körperlichen Symptome der Parkinson-Krankheit können sich wie eine Falle anfühlen. Langsamkeit der Bewegung, Steifheit, Gleichgewichtsverlust und Zittern machen Aktivitäten des täglichen Lebens schwierig bis unmöglich, und die Menschen werden isoliert, ihr Körper eine unvorhersehbare, unempfindliche Last.

Dance for PD®, eine Zusammenarbeit zwischen der Brooklyn Parkinson Group und der weltberühmten Mark Morris Dance Group, arbeitet daran, diese Belastung zu verringern. Das Programm arbeitet mit professionellen Tänzern in Tanzstudios zusammen, welche mit Parkinsonbetroffenen Strategien zur Erhöhung ihres Bewegungsspielraumes und zur Verbesserung des Gleichgewichts entwickeln, indem sie ihren Körper kreativ und ausdrucksstark einsetzen.

Artikel wird TVS-Mitglieder auf Anfrage kostenlos zur Verfügung gestellt.

 

Mehr Informationen und Tanzkurse für Parkinson-Betroffene finden sie auf Parkinson Schweiz

Tanzen statt Psychopharmaka?

Eine interessante Übersicht aktueller wissenschaftlichen Studien

Was wäre, wenn regelmäßiges Tanzen, welcher Stil auch immer, eine wirksame Therapie gegen Depressionen wäre? Zu diesem Ergebnis kommen mehrere wissenschaftliche Studien.

Die Ergebnisse auf Französisch im Überblick bei Partenaire de danse

Weitere Informationen zur Tanz- und Bewegungstherapie von der Universitätsklinik Zürich

 

Unser Buchtipp zum Thema

Die Kunst und die Wissenschaft der Tanz- und Bewegungstherapie - Leben ist Tanz, Sharon Chaiklin, Hilda Wengrower, Oriold Bücher Verlag, 2017

Diese Übersetzung von The Art and Science of Dance/Movement Therapy: Life is Dance deckt eine große Bandbreite der Anwendung der Tanz- und Bewegungstherapie bei verschiedenen Gruppen ab und zeigt zugleich auf, wie und weshalb diese Therapieform so geeignet ist, Veränderungen zu bewirken. Das Buch ist eine einmalige Sammlung, in der jedes Kapitel sowohl theoretische als auch praktische Aspekte, darunter Fallstudien, bespricht. Einige Kapitel vermitteln ergänzende Informationen wie die über die Methoden zur Beobachtung von Bewegung, die Anwendung der Forschung zu kulturellen Unterschieden und des Bewusstseins für diese in der Praxis der nonverbalen Kommunikation. Aktuelle Literaturhinweise erleichtern es den Leserinnen und Lesern, sich in Fragen zu vertiefen, die sie interessieren. 

Tango für Parkinson-Betroffene: Ein vielsprechender Weg

Eine Initiative der Klinik Lengg

Mehrere internationale Studien konnten zeigen, dass sich Tango-Tanzen nachweislich positiv bei Morbus Parkinson auswirkt: insbesondere auf Gleichgewicht, Beweglichkeit, Wahrnehmung, Denkvermögen und das Ermüdungssyndrom (Fatigue). Davon inspiriert bot das Zürcher RehaZentrum Lengg der Klinik Lengg im Juni 2016 einen Tango-Schnupperkurs an.

Zum Kursangebot der Klinik Lengg


Weitere Informationen und aktuelles Kursangebot auf Parkinson Schweiz

Rock 'n' Fit

Tanzen hält den Geist fit

Wer regelmässig tanzt, senkt das Risiko, an Demenz zu erkranken. Das zeigen Forschungen aus den USA. Nicht zuletzt deshalb boomen Seniorentanzanlässe.

Zum vollständigen Artikel in der Coop Zeitung


Hier finden Sie Seniorentanzgruppen in ihrer Nähe: Seniorentanz Schweiz

Tanzen macht die Seele frei

Ausbrechen aus dem Alltag – beim Tanzen fällt das Jugendlichen leicht

Musik geniesst in unserer Gesellschaft einen weitaus höheren Stellenwert als der Tanz. Zu Unrecht. Wenn Kinder tanzen, spüren sie Glück. Erwachsenen fällt es oft nicht leicht, einfach draufloszutanzen. Dabei lohnt es sich, sich ganz der Bewegung hinzugeben.

Lesen Sie den gesamten Ariktel im ElternMagazin Fritz+Fränzi

Tanzheimer

Senioren schwingen das Tanzbein

Tanzen soll im Alter unmöglich sein. Von wegen! Das dachten sich drei ZHAW-Studentinnen die sechs Tanzstunden für Senioren organisierten. Sogar Teilnehmer mit Rollator konnten am Programm mitmachen. Ein Erfahrungsbericht.

Mehr Informationen zum Tanzheimer-Projekt auf der Webseite der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW

Persönlichkeitsentwicklung durch Tanz

Pädagogische Postulate und ihre Bedeutung für die Unterrichtspraxis in Deutschland

Persönlichkeitsentwicklung durch Tanz gilt als schlüssiges Argument um Tanz an der Schule zu unterrichten. Doch welche Wirkung zeigt zeitgenössischer Tanz auf die Persönlichkeitsentwicklung bei Schülerinnen und Schüler? Was bedeutet es, zeitgenössischen Tanz zu unterrichten? Welche Aspekte einer möglichen Persönlichkeitsentwicklung werden durch den zeitgenössischen Tanz angesprochen? Und letztlich: Lassen sich Wirkungen von zeitgenössischem Tanz auf einer psychologischen Ebene nachvollziehen?

Generell zeigen die Schülerinnen und Schüler des Tanzprojektes neue Bewegungserfahrungen und freudvolle Erlebnisse im Umgang mit Körperlichkeit und Körperkontakt. Es wird während des Tanzens eine soziale Erfahrung angeboten. Eine damit einhergehende Beeinflussung der eigenen Selbstwirksamkeitserwartung kann empirisch teilweise nachvollzogen werden. Eine bewusste Auseinandersetzung mit Ausdruck und Kreativität wird angestrebt, lässt sich aber nicht mittelbar messen. Gerade der zeitgenössische Tanz hat die individuelle Förderung und die Entfaltung des kreativen Potentials jedes einzelnen Schülers und jeder Schülerin im Fokus und gibt damit Impulse zur Persönlichkeitsentwicklung. Dabei zeigen sich spezifische Erfahrungen, die gerade durch die Konfrontation mit Tanzen ausgelöst werden, wie „neue Bewegungserfahrungen zu machen“ oder die Erfahrung, sich selbst vor Publikum zu präsentieren. Vor allem aber werden die Schülerinnen und Schüler in ein Gesellschaftsgebiet eingeführt, das den Umgang mit Körperlichkeit spielerisch und frei von Leistungsgedanken vermitteln kann und das ist existentiell wichtig als Grundlage für Gesundheit und Glück.

Hier können Sie die vollständige Doktorarbeit von Isolde Cäcilia Reichel downloaden: Persönlichkeitsentwicklung durch Tanz 

 

Tanz und Gehirn: Eine Rezension

Wie tanzen die Plastizität des Gehirns beeinflussen kann

Tanz ist eine universelle Form des menschlichen Ausdrucks, die eine reiche Quelle für wissenschaftliche Studien bietet. Der Tanz bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Plastizität des Gehirns und seine Interaktion mit dem Verhalten zu untersuchen.

Mehrere Studien haben die Verhaltenskorrelate des Tanzes untersucht, aber über die Hirnbasis des Tanzes ist weniger bekannt. Studien zur Tanzbeobachtung deuten darauf hin, dass lang- und kurzfristiges Tanztraining die Gehirnaktivität in den Aktions- und Simulationsnetzwerken beeinflusst. Trotz methodischer Herausforderungen gibt es heute Ergebnisse zum Neuroimaging während des Tanzes und mehrere Gehirnregionen, welche beim Tanzen aktiv sind, wurden lokalisiert. Vorarbeiten aus unserem Labor deuten darauf hin, dass ein langfristiges Tanztraining sowohl die graue als auch die weisse Gehirnsubstanz verändert.
Die vorliegende Arbeit umfasst funktionelle Neurobildgebungsstudien zur Tanzbeobachtung und -performance sowie strukturelle Neurobildgebungsstudien von erfahrenen Tänzern. Um den laufenden Dialog zwischen Tanz und Wissenschaft zu fördern, werden zukünftige Richtungen der Tanz- und Gehirnforschung sowie deren Implikationen diskutiert. Die Erforschung der Neurowissenschaften des Tanzes wird zu einem besseren Verständnis der Gehirn-Verhaltensbeziehungen und der Plastizität des Gehirns bei Experten und Nicht-Experten führen und kann bei der Entwicklung tanzbasierter Therapieprogramme angewendet werden.

 

Zur vollständigen Studie auf Englisch: Annals of the New York Academy of Sciences

Tanzen fördert die Aufmerksamkeit

Wie das Tanzen unsere Wahrnehmung verändert

Daria Höhener, eine passionierte Tänzerin, erarbeitete im Rahmen ihrer Maturaarbeit am Gymnasium in Trogen ein Tanzprojekt und bestätigt mittels eines wissenschaftlich erprobten Konzentrationstest die These: „Tanzen fördert die Aufmerksamkeit bei Primarschülern, Kantonsschülern, jüngeren und älteren Erwachsenen“.

Verräterischer Hüftschwung

Wie jemand tanzt, sagt eine Menge über seine Persönlichkeit aus

Vom Stammestanz der Massai in Kenia bis zur Techno- Party im angesagten Berliner Club – getanzt wird in allen Kulturen. Die rhythmischen Bewegungen zur Musik machen nicht nur Spaß, sie erfüllen auch viele wichtige Aufgaben: Götter beschwören, Regen bringen, Gegner beeindrucken, Gemeinschaft und Kampfesgeist stärken. Die aus evolutionärer Sicht wohl wichtigste Funktion aber dürfte die Balz sein. Da unterscheiden die Menschen sich wenig von vielen Tierarten, die wunderbare Tänze aufführen, um potenzielle Partnerinnen zu beeindrucken oder Konkurrenten einzuschüchtern.

Tanz und Kulturelle Bildung

„Jeder Mensch ist ein Tänzer“ (R. v. Laban): Tanz als ästhetisch-expressives Bildungsmedium

Claudia Fleischle-Braun, ehemalige Dozentin für Gymnastik und Tanz an der Universität Stuttgart schreibt über die Grundlagen, den Wert und die Vielfalt der tanzpädagogischen und -künstlerischen Vermittlungsarbeit im Rahmen der Kulturellen Bildung.

Tanz ist eine nonverbale Darstellungs-­ und Ausdrucksform des Menschen, in deren Zentrum die subjektive ästhetische Inszenierung des Körpers und eine Formung der Bewegung in Raum und Zeit stehen. Die Erscheinungsformen und Funktionen des Tanzes sind geprägt von ihrem jeweiligen geschichtlichen und soziokulturellen Umfeld. Daher spiegeln die verschiedenen traditionellen Tanzformen und stilistischen Spielarten des zeitgenössischen Tanzes ein jeweils eigenes Verständnis von Körperlichkeit und Bewegung wider, das sich in unterschiedlichen ästhetischen Idealen, Normen und Praktiken äußert. Verschiedene Tanzstile beinhalten und zeigen daher immer auch kollektive oder individuelle Wahrnehmungs­- und Umgangsweisen mit dem Körper; und sie können den Zeitgeist und die Lebensgefühle einer Generation erfahrbar werden lassen.

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Tanzen ist Leben: Die Energie zum Tanzen ist unerschöpflich

Interview mit Gunter Kreuz , Musikkognitionsforscher an der Universität Oldenburg

Noch bevor die Menschen schreiben konnten, tanzten sie. Die Bewegung zur Musik verleiht Kraft und Selbstbewusstsein, sagt Gunter Kreutz von der Universität Oldenburg. Im Interview erklärt der Musikkognitionsforscher, warum Tanzen entspannt und wie es gegen Krankheiten hilft.

Lesen Sie das vollständige Interview mit dem Musikkognitionsforscher Gunter Kreuz auf Spiegel Online

Eine Stunde Tanz pro Woche hält Geist und Körper fit

Wie sich Aufmerksamkeit, Reaktion, Balance und Lebensstil in sechs Monaten verbessert

Tanzen hält fit, das konnten Forscher der Universität Bochum schon vor einiger Zeit nachweisen. Jetzt testeten sie eine spezielle für Senioren entwickeltes Tanzprogramm mit verblüffendem Ergebnis: Selbst zuvor inaktive Senioren konnten nach sechs Monaten Training nur einmal pro Woche für eine Stunde, nicht nur ihre körperliche Fitness, sondern auch ihre Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit, erheblich steigern.

Lesen sie den gesamten Artikel aus dem Pressespiegel der Ruhr Universität Bochum. Zum englischen Originalartikel auf Frontiers in Aging Neuroscience

Tanzen macht Schule: Die Rolle des Tanzes im Bildungsprozess

Neue Horizonte im Bildungssystem

Diese Studie soll ermutigen den im schulischen Kontext üblichen methodischen Ansatz zu überprüfen, da er kognitive Prozesse überbetont und die für die Persönlichkeitsentwicklung äusserst wertvollen körperlich-spielerisch-kreativen Erfahrungen vernachlässigt.

Keine andere Aktivität hat einen vergleichbaren Einfluss auf Körper, Geist und Emotionen wie das Tanzen. Mehr denn jede andere Ausdrucksform, kann das Tanzen Kinder helfen ihren Körper zu bewohnen und ungenutzte Potentiale zu entfalten.

Hier können Sie die Studie Marzia Candela downloaden: The role of Dancing in the educational process

Kreativer Kindertanz

Interview mit Gisela Peters-Rohse

Es gibt kaum einen Tanzpädagogen in Deutschland, der nicht mit Gisela Peters-Rohse gearbeitet hat! Sie unterrichtet auf der ganze Welt: Indonesien, Philippinen, Russland, China. Im Interview spricht Sie über ihren Zugang zum Tanz, ihre persönlichen «Meister» und erfolgreiches Unterrichten.

Das Interview ist auf Deutsch und wurde auf Tanznetz publiziert: Sechs Fragen an Tanzlehrer die uns bewegen

Unser Buchtipp zum Thema:

Das Kind und sein Tanz von Gisela Peters-Rohse

Gisela Peters-Rohse ist eine Legende im Bereich des Kindertanzes - wie keine zweite deutsche Pädagogin genießt sie in diesem Metier auch international höchstes Ansehen. Das beruht einerseits auf ihrer in vielfacher Hinsicht besonderen Persönlichkeit, auf Phantasie, Empathie, Intuition und all den »guten Eigenschaften«, die ein Pädagoge für überzeugende Ergebnisse benötigt. Grundlage ihres Erfolges ist aber auch ihre in langjähriger Erfahrung und Entwicklung erarbeitete Methodik.

Hier bestellen

Tanz als Alltagskultur

Résumé von Ulla Ellermann und Barbara Flügge-Wollenberg

Tanz als Alltagskultur und was sie für Kinder und Jugendliche leisten kann: Von der Förderung der Sozialkompetenz und dem verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Körper bis hin zur Akzeptanz von anderen Kulturen

Tanz als Alltagskultur kann nur verstanden werden, wenn zunächst klar ist, dass es den Tanz nicht gibt, sondern eine Vielzahl von unterschiedlichen Erscheinungsformen und Stilrichtungen, wie z.B.: Historischer Tanz, Klassischer Tanz, Moderner Tanz, Zeitgenössisch Künstlerischer Tanz, Tanztheater, Zeitgenössische Tanzformen wie HipHop, Jazz, Show etc., Gesellschaftstanz mit Walzer, Tango, Rumba, Cha­-Cha­-Cha etc. bis hin zum deutschen oder internationalen Volkstanz. Hinzu kommt, dass sich die Vermittlung in allen Bereichen einerseits an die TanzkünstlerInnen, die professionellen BühnentänzerInnen und andererseits an die Laien wendet, die mit unterschiedlicher Motivation und Befähigung tanzen – vom Kleinkind bis zum Erwachsenen.

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Der Rollstuhl tanzt mit

Portrait einer begeisterten Tanzlehrerin

Für ein paar Stunden den schwierigen Alltag vergessen und sich beim Tanzen körperlich und geistig fordern: Dieses Ziel verfolgt die St. Galler Tanzlehrerin Irene Gasser mit ihren Rollstuhl-Tanzkursen.

Lesen Sie den vollständigen Artikel im Tagblatt

Weitere Informationen zu Kursangeboten von Rollstuhltanz

Der Volkstanz als Prozess des Interkulturellen Lernens

Eine explorative Studie

Kann Tanzen einen Beitrag zum Erwerb von interkultureller Kompetenzen leisten und welche Bereiche umfasst er? Dieser Frage hat Tolga Candas Altinok seine Dissertation an der Deutschen Sporthochschule Köln gewindet.

Der einleitenden Frage geht die Annahme voraus, dass Tanzen ein geeignetes Medium ist, um die Kommunikationsfähigkeit zu fördern. Hier liegt ein entscheidender Unterschied zwischen Tanz und Sport: Sport betont vor allem den Gedanken des Wettkampfes, beim Tanzen steht hingegen der soziale Aspekt im Vordergrund. So kommen Studien zum Thema „interkulturelles Lernen“ zu folgender Stellungnahme: „Tanz ist ein Medium, das eine ganzheitliche Annäherung und Begegnung mit fremden Kulturen gestattet, da durch das Erleben und Aneignen der kulturspezifisch geprägten und kodifizierten Körperbewegungen und Tänze Begleitinformationen über die jeweilige Herkunftskultur und deren Gesellschaft vermittelt werden können.

Zur Dissertation von Tolga Candas Altinok, eingereicht am Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung in Köln.

 

Unser Buchtipp 

Konzepte der Tanzkultur - Wissen und Wege der Tanzforschung von Margrit Bischof und Claudia Rosine, erschienen im Transcript Verlag, 2010

Abstract: Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Wissensbereichen liefern in diesem Studienbuch profunde Standortbestimmungen zu den Themen der Tanzforschung und illustrieren ihre Position anhand von Beispielen. Ein Leitfaden zu den Konzepten der Tanzkultur, der neue Wege zum Wissen eröffnet.

Tanz, Selbstvertrauen, Alter und Geschlecht

Warum es sich lohnt, früh mit dem Tanzen zu beginnen

Tanzvertrauen ist ein Masstab für das domänespezifische Selbstwertgefühl, das die subjektive Wahrnehmung einer Person betreffend ihrer Tanzfähigkeiten beschreibt. Diese Studie beschäftigt sich damit, wie sich das Selbstvertrauen von TänzerInnen in Abhängigkeit von Geschlecht und Altersgruppe verändert.

Über 13’000 Menschen sahen sich ein Video an und füllten dann eine Online-Umfrage aus. Die Ergebnisse zeigen auf, dass das Tanzvertrauen zwischen den Geschlechtern und Altersgruppe variiert, so dass Frauen im Allgemeinen ein höheres Maß an Tanzvertrauen haben als Männer, und das Tanzvertrauen ändert sich an signifikanten Punkten im Entwicklungszyklus. Frauen verfügen in der frühen Adoleszenz über ein hohes Selbstvertrauen beim Tanz, fallen jedoch nach dem 16. Lebensjahr deutlich ab. Im späten Teenager-Alter steigt das Selbstvertrauen wieder kontinuierlich an, bevor es sich in der Mitte des Lebens einpendelt. Es gibt einen signifikanten Rückgang des Tanzvertrauens bei Frauen, wenn sie ihre späten 50er Jahre erreichen.

Bei Männern beginnen die Selbstvertrauenswerte beim Tanzen niedrig und steigen dann während der späten Teenagerjahre und Anfang der 20er stetig an, bevor sie Mitte der 30er Jahre wieder abflachen. Es gibt eine signifikante Zunahme des Tanzverständnisses bei Männern, wenn sie Mitte 60 sind. Die Ergebnisse und die Verbindung zwischen Social Dance und Selbstwertgefühl werden im Rahmen von zwei theoretischen Modellen des Selbstwertgefühls diskutiert, dem "Reflected Appraisal Model" und dem "Competencies Model".

 

Die englische Studie wird TVS-Mitglieder auf Anfrage kostenlos zur Verfügung gestellt.

Use it or lose it: Tanzen macht dich schlauer

Eine wissenschaftliche Studie über den Einfluss des Tanzens auf die kognitive Leistungsfähigkeit

Die Wirksamkeit von Tanzen auf den Punkt gebracht. Richard Powers fasst aus verschiedenen Studien Erkenntnisse über die aussergewöhnliche, positive Wirkung auf die kognitive Leistungsfähigkeit durch Tanzen zusammen. Er kennt sich damit aus! Richard Powers unterrichtet seit über 40 Jahren an der Stanford University’s Dance Division “historic and contemporary social dance”. Lesen Sie weiter oder gehen Sie tanzen!

Bis anhin wurde dem Tanzen vor allem positive Effekte bei der Steigerung des körperlichen Wohlbefindens und ein sozialer Nutzen zugeschrieben. Seit einiger Zeit belegen nun Studien, dass Tanzen auch einen wesentlichen Einfluss auf die mentale Leistungsfähigkeit des Menschen hat. Ein Vergleich mit anderen kognitiven und körperlichen Aktivitäten belegt, dass Tanzen nicht nur einen sehr hohen Einfluss auf die Bildung von neuen Nervenbahnen im Gehirn hat und sogar Demenz-Erkrankungen vorbeugen kann, sondern auch schon bei Kindern die mentale Leistungsfähigkeit erhöht. Der Schlüssel liegt darin, dass Tanzen mehrere Funktionen des Gehirns – namentlich kinästhetische, rationale, musikalische und emotionale – gleichzeitig aktiviert. Der Tanzstil ist nicht relevant. Vielmehr ist die Art und Intensivität der individuellen Beteiligung, beim Entstehen der Bewegung und in der Begegnung mit dem Tanzpartner ausschlaggebend. Und – je öfter wir tanzen und je früher wir mit dem Tanzen beginnen, desto grösser der Nutzen!

Lesen Sie den gesamten Arikel von Richard Powers in Englisch: Use It or Lose It: Dancing Makes You Smarter, Longer

Wer sich im Detail mit der Thema "Freizeitaktivitäten und das Risiko von Demenz bei älteren Menschen" auseinandersetzten will kommt hier zur Originalstudie im New England Journal of Medicine.

Shall we dance?

Eine Studie über die Wirkungen des Tanzens auf das Wohlbefinden

Die positive Wirkung musikalischer Erfahrungen für Gesundheit und Wohlbefinden wurden bereits in vielen Studien aufgezeigt. Die empirische Arbeit konzentrierte sich auf musikalische Aktivitäten wie Hören und Singen, wobei die möglichen Auswirkungen des Tanzes vernachlässigt wurden. In der vorliegenden Studie haben 475 nicht-professionelle erwachsene Tänzer an einer Online-Umfrage teilgenommen, die darauf abzielte, die Vorteile des Tanzes zu untersuchen.

Die quantitative und qualitative Analyse ergab, dass das Tanzen in mehrfacher Hinsicht einen potenziell positiven Einfluss auf das Wohlbefinden hat. Es wurden positive Effekte auf physischer, sozialer und spiritueller Ebene festgestellt. Insbesondere wurde ein erhöhtes Selbstwertgefühl und eine Verbesserung von Bewältigungsstrategien in Konfliktsituationen festgestellt. Diese explorative Studie bildet einen Ausgangspunkt für ein besseres Verständnis der Auswirkungen von Amateurtänzen auf das allgemeine Wohlbefinden und liefert überzeugende Argumente, warum das Tanzen in die Agenda der öffentlichen Gesundheitsförderung aufgenommen werden sollte.

Zur englischen Publikation im Arts & Health Magazin

Zum deutschen Originaltext in der Dissertation von Cyntia Quiroga Muricia (Schrift B)

Gesundheitliche Aspekte des Tanzens

Vom Gefühl zur systematischen Forschung

Tanzen wird seit jeher mit der Förderung von Heilungsprozessen und Gesundheitspflege verbunden, aber erst in den letzten Jahren ist das Interesse an der systematischen Erforschung des gesundheitlichen Nutzens markant angestiegen.

Der Beitrag des Tanzes zur Steigerung von Gesundheit und Wohlbefinden kann aus zwei Perspektiven betrachtet werden. Einerseits kann der Tanz als Freizeitbeschäftigung mit potenziell gesundheitsförderndem Nutzen angesehen werden. Andererseits wird der Tanz im klinischen Kontext als eine unterstützende Therapie bei einer Vielzahl von körperlichen und geistigen Problemen eingesetzt. Diese Publikation von Cynthia Quiroga Muricia untersucht die verfügbaren Evidenzgrundlagen für die Zuordnung von spezifischen gesundheitlichen Vorteilen zum Tanz.

Publikation bei Oxford Schoolarship unter dem Titel Dance and health – exploring interactions and implications. Die deutsche Fassung finden Sie in der Dissertation von Cynthia Quiroga Murcia (Schrift A).

 

Tango hat Einfluss auf Stress- und Sexualhormone

Hintergrundwissen zu einem im Jahr 2009 zum Weltkulturerbe erkorenen Tanzstils

Tango hebt nicht nur die Stimmung, sondern hat auch nachweislich Einfluss auf die Menge der Stress- und Sexualhormone im Körper. Das mit Stress assoziierte Hormon Cortisol nimmt beim Tango-Tanzen ab, dagegen schüttet der Körper beider Partner in erhöhtem Maß das Sexualhormon Testosteron aus.

Lesen Sie den vollständigen Artikel auf Fokus Online oder gehen Sie direkt zur Publikation von Cynthia Quiroga Murcia, MSc im Journal of Music and Medicine: Emotional and Neurohumoral Responses to Dancing Tango Argentino: The Effects of Music and Partner.

Das könnte Sie auch Interessieren: Tanzen - Subjektive und psychobiologische Wirkung, Dissertation von Cynthia Quiroga Murcia. 

Die psychobiologische Wirkung des Tanzens

Eine Studie zum Tango-Tanz

Welcher Einfluss haben Musik- und Partnerwahl auf den Hormonhaushalt des Körpers? Die vorliegende Studie untersucht die hormonellen Reaktionen des Körpers beim Tangotanz und die spezifischen Einflüsse von Musik- und Partnerwahl.

Die Auswertung der Daten von 22 Tänzern deuten darauf hin, dass Bewegung mit Musik und Partner positivere Auswirkungen hat auf emotionalen Zustand als Bewegung ohne Musik oder ohne Partner. Darüber hinaus wurden mit dem Vorhandensein von Musik Verringerungen der Cortisolkonzentrationen festgestellt, während Erhöhungen des Testosteronspiegels mit der Anwesenheit eines Partners verbunden waren. Die Studie belegt positive psychobiologische Reaktionen der TänzerInnen und trägt dazu bei, den unterschiedlichen Einfluss von Musik und Partnerwahl zu verstehen.

Zur englischen Publikation im Music and Medicine Journal oder zum deutschen Originaltext in der Doktorarbeit von Cynthia Quiroga Murcia (Schrift D)

 

Kinder brauchen Musik, Spiel und Tanz

Rhythmik als ganzheitliches Bildungsangebot in der frühkindlichen Erziehung

In allen Kulturen der Welt gibt es dasselbe Phänomen: Begeisterte Kinder, die zu einem Lied mit elementarer Lebensfreude tanzen und singen. Die Affinität und Faszination, die von Musik und Tanz ausgehen, sind letztendlich unabhängig vom Lebensalter, von der Intelligenz, vom Kulturkreis und auch von Wahrnehmungsdefiziten und Behinderungen. Musik wird als universelle Sprache betrachtet. Der Mensch lässt sich von Musik emotional "fesseln" und bewegt sich gerne dazu rhythmisch, wenn es vielleicht nur mit dem großen Zeh ist!